23.08.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Donnerstag, 23. August 2018

Die Stahlpreise in der EU dürften im Herbst weiter steigen. Der durchschnittliche Warmbandpreis werde voraussichtlich auf den höchsten Stand seit siebeneinhalb Jahren klettern, prognostiziert die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Zum Jahresende 2018 müsse man dann mit einer leicht sinkenden Stahlpreisentwicklung rechnen. Der fallende Trend werde sich voraussichtlich für weite Teile des Jahres 2019 fortsetzen.

Während die Stahlkäufer mit den Folgen der von der EU-Kommission jüngst vorgenommenen Abschottung des EU-Stahlmarktes kämpfen, profitieren die Stahlproduzenten doppelt. Sie können auf dem EU-Markt höhere Stahlpreise durchsetzen. Darüber hinaus ermöglichten ihnen die sehr hohen Stahlpreise in den USA weiterhin dorthin Stahl zu verkaufen, berichtet MEPS.

Die Stahleinkäufer sind die Verlierer: Wenn sie heute Importstahl bestellen, wissen sie nicht, ob bei Lieferung die neuen EU-Strafzölle tatsächlich fällig werden. Das liegt zum einen daran, dass die EU-Kommission erst im Dezember 2018 abschließend über die so genannten Schutzklauselmaßnahmen entscheidet. Ferner gibt es für viele Länder, die ihren Stahl in der EU verkaufen, Ausnahmen.

Hinzu kommt ein kompliziertes System, mit dem die von der EU-Kommission festgelegten Import-Quoten überwacht werden. Hier gilt das Prinzip, wer zuerst kommt, malt zuerst. Es wird Importstahl geben, der die EU-Zollschranken früh passiert und deswegen zollfrei bleibt. Für Importstahl, der zu spät kommt, wird der Zoll fällig, was die Käufer dann teurer zu stehen kommen wird.

Einer der größten Profiteure von den US- und EU-Stahlzöllen ist ArcelorMittal. Die US-Niederlassung des weltgrößte Stahlproduzent hatte sich Anfang 2018 dafür eingesetzt, dass Trump die umstrittenen Stahlzölle einführt. Auf der anderen Seite des Atlantiks profitiert man von den EU-Schutzklauseln.

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