05.09.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 5. September 2018

Die Stahlproduzenten stemmen sich gegen fallende Stahlschrottpreise. Das erscheint auf den ersten Blick paradox, als sich bei sinkenden Schrottpreisen ihre Herstellkosten verringern. "Um ihren Kunden keinen Grund zu liefern, die Stahlpreise zu drücken, hätten die Werke kein Interesse an einem massiven Rückgang der Schrottpreise", berichtet Euwid Recycling und Entsorgung.

Hintergrund der sinkenden Stahlschrottpreise ist die prekäre Wirtschaftslage der Türkei. Sie führt zum einem zu Angebotsüberhang auf dem Stahlschrottmarkt. Die empfindliche Abschwächung der türkischen Lira kommt erschwerend hinzu. Neben dem Stahlschrottmarkt hat die Stahllobby einen weiteren Gefahrenherd ausgemacht.

"Die Stahlimporte aus Drittländern, hauptsächlich aus der Türkei und Russland, haben infolge der US-Strafzölle zugenommen", schreibt die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Für 2018 rechne man mit einem Plus um 7,2 Millionen auf 47,7 Millionen Tonnen. Stahlimporte sind eine weitaus größere Gefahr für die Stahlproduzenten, als sie ihre Preissetzungsmacht stärker untergraben.