17.10.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 17. Oktober 2018

Stahlpreis-Konvergenz: EU-USA
Europäische Produzenten werden es künftig schwerer haben ihr trotz Stahlzöllen weiterhin rentables US-Exportgeschäft aufrechtzuerhalten. Die US-Stahlpreise sind einen Schritt davor in eine Abwärtsspirale zu fallen. Der US-Warmbandpreis sank seit Juli um 11,1%, meldet metalbulletin.com. Man müsse nun abwarten, ob eine dem US-Stahlproduzenten Nucor ausgehende Preiserhöhungsinitiative die Talfahrt stoppen würde.

Der börsengehandelte Warmbandkontrakt sank in den letzten vier Monaten von 919 US-Dollar auf 830 Dollar je Short Tonne (907,185 kg). Dies entspricht einem Rückgang von 873 Euro auf 788 Euro je Tonne (1.000 kg). In Westeuropa ansässige Stahlproduzenten erlösen derzeit für Warmband auf dem heimischen Markt 541 Euro. Rechnet man 25% Strafzoll dazu, ergibt sich ein potenzieller Verkaufspreis (ohne Frachtkosten) für den US-Markt von 676 Euro. Damit ist die Marge für US-Exporte auf gut 100 Euro geschmolzen - nach knapp 200 Euro im Juli.

Schwächere Stahlnachfrage 2019
Die weltweite Stahlnachfrage bekommt Gegenwind. 2019 wird sie lediglich um 1,4% auf 1.681 Millionen Tonnen zulegen, prognostiziert Worldsteel. Zum Vergleich: 2018 läuft es laut dem Weltstahlverband auf einen Anstieg um 3,9% hinaus. Auf dem EU-Stahlmarkt werde die Nachfrage nach Stahlerzeugnissen 2018 um 2,2% auf 166,6 Millionen Tonnen steigen. 2019 soll es dann zu einer Verlangsamung auf 1,7% bei 169,4 Millionen Tonnen kommen.