09.11.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 9. November 2018

Stahlpreis-Manipulation
Thyssenkrupp soll die Stahlpreise für Grobblech und legierten Flachstahl mit Konkurrenten wie Salzgitter und Voestalpine abgesprochen haben. Das Bundeskartellamt ermittelt bereits seit über einem Jahr. Nun muss Deutschlands größter Stahlkonzern Geld zurückstellen und bereitet sich damit auf eine saftige Strafzahlung vor. Dadurch reduziert sich der erwartete Jahresüberschuss von 271 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro.

Betonstahl wird teurer
Der Stahlpreis für Betonstahl aus südeuropäischer Produktion klettert von 510-535 Euro je Tonne Ende Oktober auf 520-535 Euro per 7. November 2018. Der Betonstahlpreis dürfte einstweilen auf diesem Niveau bleiben, berichtet Fastmarkets mit Verweis auf einen Marktteilnehmer.

Was passiert mit der Industrieproduktion?
Die Ausbringungen des Verarbeitenden Gewerbes lagen im September etwas über den Erwartungen. Die Referenten des Bundeswirtschaftsministerium sehen darin den Anfang einer neuen Expansionsphase. Sie sagen: Wegen eines Pkw-Zulassungsstaus habe die Industrieproduktion im 3. Quartal 2018 eine temporäre Schwächephase erlebt. Die Problematik werde überwunden, so dass es bis Jahresende zu einer Belebung der Industrieproduktion komme.

Die Einschätzung steht im Widerspruch mit einer Einkaufsmanager-Erhebung für Oktober 2018. In dem vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und IHS Markit gesammelten Daten, die die Einschätzung der Beschaffungsmanager der Industriefirmen wiedergibt, heißt es: Die Umfrageteilnehmer erwarteten "zum ersten Mal seit vier Jahren, dass die Produktion binnen Jahresfrist schrumpfen wird."