07.11.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 7. November 2018

Aktuelle Lage Stahlschrottmarkt
Der Stahlschrottpreis steigt auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. An der Londoner Metallbörse (LME) kostet der Kontrakt, der die Preisentwicklung von homogenen Eisen- und Stahlschrott (Heavy Melting Steel, HMS 1/2) abbildet, auf 341 US-Dollar (299 Euro) je Tonne.

Auf dem deutschen Schrottmarkt sind die niedrigen Pegelstände der Flüsse beherrschendes Thema. Händler müssen auf Strasse und Schiene ausweichen, was nur unzureichend gelingt. Die Ankaufspreise für Stahlschrott der Stahlwerke blieben trotz des sehr eingeschränkten Schrotttransports über den Binnenschifffahrtswege nahezu unverändert, berichtet Euwid Receycling und Entsorgung.

Stahlproduzenten verlieren Preissetzungsmacht
Nachdem die LME vor drei Jahren Stahlkontrakte für Betonstahl und Stahlschrott erfolgreich lancierte, folgt nun der nächste Schritt. Anfang 2019 wird sie Stahlkontrakte für Warmband (Hot-Rolled Coil) einführen. BMW und Volvo planten in den Handel mit Warmbandkontrakten einzusteigen, berichtet Reuters. Den Stahlproduzenten seien Warmbandkontrakte ein Dorn im Auge, weil sich fürchteten, an Preissetzungsmacht zu verlieren, heißt es in dem Bericht.

Deutsche Industrie vor Jahresschlussspurt?
Die deutschen Industriefirmen haben im September mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet. Damit fühlen sich jene bestärkt, die den Abschwung der Industriekonjunktur auf den Zulassungsstau der Automobilindustrie zurückführen. Zusammen mit einem "außerordentlich hohen Auftragsbestand" spricht die Lage im Verarbeitenden Gewerbe dafür, dass im 4. Quartal 2018 die Wachstumskräfte wieder "die Oberhand gewinnen", kommentiert das Bundeswirtschaftsministerium.