18.12.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 18. Dezember 2018

Warmgewalzter Stahl kostete in Nordwesteuropa zuletzt 528 Euro je Tonne, meldet Argus. Auf dem Stahlmarkt sei wie zu dieser Jahreszeit üblich, wenig los. Hohe Lagerbestände und deren Abbau bedeuteten, dass Stahlhändler wenig Interesse hätten, Stahl einzukaufen, berichtet Fastmarkets. Markteilnehmer warten, bis die EU-Kommission ihre Mitte 2018 eingeführten vorübergehenden Schutzklauselmaßnahmen in permanente umwandelt. Dieser Schritt wird für Ende Januar 2019 erwartet.

In Anbetracht einer rekordhohen Stahlproduktion Chinas und der Schutzzollpolitik der USA habe die EU keine andere Wahl, als zu Protektionismus zu greifen, sagen die Schutzklausel-Befürworter. Auf der anderen Seite droht die Entwicklung der Stahlnachfrage 2019 zu einer Enttäuschung zu werden. Das Wirtschaftswachstum Deutschlands und der Eurozone ist im laufenden Monat Dezember so schwach wie das letzte Mal vor vier Jahren, zeigen aktuelle Einkaufsmanager-Daten von IHS Markit.

Frankreichs Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Industriesektor fällt unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. "Ein Großteil geht zwar auf das Konto der Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich, die der Konjunktur und der Reisebranche gleichermaßen schadeten. Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass die Wachstumsschwäche mittlerweile die gesamte Eurozone erfasst hat", kommentiert Chefvolkswirt Chris Williamson die Erhebungen seines Hauses.

2018 ist das Jahr der ökonomischen Ausreden: Zu Jahresbeginn war es angeblich eine Grippewelle, welche die Konjunktur abschwächte. Dann kamen Trumps Protektionismus, ein schwächeres Wachstum Chinas, Zulassungsprobleme der Automobilindustrie und schließlich Frankreichs Gelbwesten. Auf der anderen Seite hat aber Europas Wirtschaft von den US-Steuersenkungen stark profitiert. Am Ende des Jahres gleicht sich das alles aus. Wer Ausreden bemüht, dürfte der Wahrheit nicht gerecht werden.

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