10.12.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Montag, 10. Dezember 2018

Die IG Metall fordert für die rund 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie aus der Sicht der Arbeitgeber einen zu großen Schluck aus der Pulle. Eine Einigung "auch nur in der Nähe der IG-Metall-Forderungen" sei vollkommen ausgeschlossen, so der Arbeitgeberverband Stahl. Die IG Metall will 6% mehr Geld und die Einführung eines Urlaubsgeldes in Höhe von 1.800 Euro. Sie begründet ihre Forderung mit höheren Stahlpreisen.

Der Durchschnittspreis für das Stahl-Referenzprodukt Warmband sei auf 586 Euro gestiegen, untermauert der nordrhein-westfälische IG Metallchef Knut Giesler seine Forderung. Zwar sank der Stahlpreis für warmgewalzten Stahl in den letzten drei Monaten von 570 Euro auf 530-540 Euro je Tonne. Er liegt aber immer noch deutlich über dem Preisniveaus des Jahres 2016, als der Durchschnittspreis bei etwa 400 Euro gewesen war.

Der Blick auf die Stahlpreise zur Ableitung höherer Lohnforderungen ist jedoch etwas zu eng gegriffen. Entscheidend für die Profitabilität von Stahlproduzenten sind die so genannten Metall-Spreads.

Der Unterschied zwischen Stahl-Verkaufspreisen und Bezugskosten für die zentralen Rohstoffe Eisenerz, Kohle, Stahlschrott sinkt seit über einem halben Jahr. Dies verhindert, dass Stahlproduzenten wie ArcelorMittal und Thyssenkrupp ihre Erträge auf hohem Niveau stabilisieren können. Hinzu kommt die wirtschaftliche Verlangsamung. Die deutsche Konjunktur hat sich stärker abgekühlt als die meisten Ökonomen prognostiziert hatten.

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