09.01.19

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 9. Januar 2019

Die deutschen Stahlproduzenten sind unzufrieden mit den permanenten Schutzklauselmaßnahmen. Ihnen ist ein Dorn im Auge, dass die EU-Kommission in den nächsten Jahren eine Erhöhungen der Stahl-Importquoten von 5% erlauben möchte. Dies sei "katastrophal" und würde einen Stahlpreis-Rückgang, so wie man ihm im Schlussquartal 2018 beobachten konnte, nicht verhindern, zitiert Platts den Vertreter eines Stahlproduzenten.

In westeuropäischen Hochöfen produziertes Warmband kostete 505 Euro je Tonne ab Werk Ende Dezember 2018. Das waren 41 Euro weniger als Ende September 2018 (Quelle: Steel Benchmarker). Die auf dem Tisch liegenden Vorschläge der Europäischen Kommission seien ungeeignet, die Stahlindustrie vor den massiven Handelsumlenkungen effektiv zu schützen", kritisiert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Die Stahlverwender sehen das anders. Der Zugang zu europäischen Stahl sei sehr schwierig. Importe blieben notwendig, um die Lücken in den Lieferketten zu schließen, erklärt der europäische Automobilverband (Acea). Wegen eines recht kleinen Rückgangs der Stahlexporte in die USA gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass aufgrund der US-Stahlzölle Handelsumlenkungen in die EU stattfänden, so der Verband.

In der deutschen Stahlindustrie sieht man das völlig anders. Kerkhoff fordert: "Der Kommissionsvorschlag muss dringend nachgebessert werden. Andernfalls droht die Hauptlast des US-Protektionismus auf die Stahlindustrie in Europa abgewälzt zu werden."

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