23.08.19

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 23. August 2019

Der angeschlagene Thyssenkrupp-Konzern erwägt sich den Stahlhändler Klöckner & Co. einzuverleiben. "Das Vorhaben ist sehr konkret und hat gute Chancen, umgesetzt zu werden", berichtet das Handelsblatt aus dem Umfeld der Verhandlungen. Darüber hinaus steht nach der geplatzten Fusion zwischen der Stahlsparte von Thyssenkrupp und den europäischen Stahlwerken von Tata die Schaffung einer "Deutschen Stahl AG" wieder im Raum.

Ein Zusammengehen von Thyssenkrupp mit Salzgitter wurde schon öfters erwogen. Die Niedersachsen wollten sich darauf aber bisher nicht einlassen. Letztlich gehe daran kein Weg vorbei. "Wenn wir den Schritt nicht endlich gehen, werden uns die Chinesen und Osteuropäer den Markt abnehmen und uns letztlich schlucken", zitiert das Handelsblatt eine Thyssenkrupp-Führungskraft.

Etwas in Vergessenheit geraten ist ein Zusammengehen von Thyssenkrupp mit Siemens. Auch darüber wurde bereits oft spekuliert. Hier wäre der Essener Industriekonzern allerdings Junior-Partner. Eine denkbare Variante: Thyssenkrupp legt mit Salzgitter und Klöckner & Co. das Stahlgeschäft zusammen. Der Nicht-Stahlbereich fusioniert mit Siemens.

Dann hätte Wirtschaftsminister Peter Altmaier zwei nationale Champions. Der CDU-Politiker will Großkonzerne schaffen und ist von der Idee, den Staat zum Anteilseigner dieser zu machen, sehr angetan. Das funktioniere nicht, sagen Kritiker und verweisen auf die Deutsche Telekom und den vermasselten Breitbandausbau sowie die Commerzbank. An beiden Unternehmen hält der Bund große Aktienpakete.