11.09.19

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 11. September 2019

Stahlproduzenten verdienen schlecht
Der Unterschied zwischen den Stahlverkaufspreisen und den Bezugspreisen für Eisenerz zeigt, wie schwer es die Stahlproduzenten haben Geld zu verdienen. Aktuell erlösen Hersteller wie ArcelorMittal und Salzgitter auf ihren Stammmärkten im Nordwesten Europas für warmgewalzten Stahl 460-470 Euro je Tonne. Eisenerz mit einem Gehalt von 62% kostet 91 US-Dollar je Tonne. Bei einem Euro-Umrechnungskurs von 1,10 US-Dollar liegt der Bezugspreis für Eisenerz damit bei 83 Euro.

Ende November 2018 lag der Warmbandverkaufspreis bei 535 Euro und der Eisenerz-Bezugspreis bei 65 US-Dollar. Für den Euro gab es 1,14 Dollar. Eisenerz kostete 57 Euro und war um 31% günstiger als aktuell. Der für die Gewinnmargen der Stahlproduzenten so wichtige Preisunterschied (Spread) zwischen Stahl-Verkaufspreis und Eisenerzpreis lag bei 478 Euro und damit deutlich höher als aktuell mit 388 Euro.

Der Gegenwind von den Metall-Spreads hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Salzgitter-Aktienkurs seit Ende November 2019 um 40% einbrach. Die ArcelorMittal-Aktie sank im gleichen Zeitraum um 28%. Die Anteilsscheine sind nicht so sehr gefallen wie die von Salzgitter. Ein Grund dafür: Der Branchenprimus verfügt eine eigene Bergbausparte und wird von einer steigenden Eisenerzpreisentwicklung nicht so stark getroffen.

Stärkere Abschottung des EU-Stahlmarktes
Die EU-Kommission kommt einer Forderung der europäischen Stahllobby nach. Das Kontingent zollfreier Stahleinfuhren steigt nicht wie geplant um 5% - sondern nur um 3%. Deutschland und Frankreich geht das nicht weit genug. In einem gemeinsamen Schreiben ermutigen Bundeswirtschaftsminister Altmaier und sein Amtskollegen Le Maire EU-Handelskommissarin Malmström dazu, den Stahlmarkt weiter abzuschotten. Die Stahlhersteller müssten die Produktion zurückfahren und Kurzarbeit einführen, warnen die Minister in einem Schreiben, dass der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

VW-Chef sieht keine Rezession
Volkswagen-Chef Diess sieht die deutsche Wirtschaft in einer Konsolidierung. Deutschland habe Vollbeschäftigung, es tue sich viel im Bereich Technologie und Innovation. Darüber hinaus gebe es neue Geschäftskonzepte. "Daher sehe ich in Zukunft keine Rezession", sagt Diess dem Börsensender CNBC. Auf dem für Volkswagen so wichtigen chinesischen Markt sei eine Erholung allerdings bisher nicht in Sicht.

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