23.10.19

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 23. Oktober 2019

"Die Stahlpreise für Flachstahl fallen in Deutschland weiter", berichtet die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Neben dem Automobilsektor sei der Maschinenbau unter Druck. "Der Rückgang der Stahlnachfrage hinterlässt große Lücken in den Auftragsbüchern der Hüttenbetreiber. Stahlhersteller bieten Preisnachlässe, um Umsatz zu machen", so MEPS.

Weltweit hat sich die Lage für das Produzierende Gewerbe empfindlich eingetrübt. Die Experten der Commerzbank sehen den Handelsstreit zwischen den USA und China als hauptursächlich. "Stimmungsindikatoren sowie harte Konjunkturdaten zeigen bereits Bremsspuren in den wichtigsten Wirtschaftsräumen." Die Einkaufsmanager-Indizes (PMI) sind in Europa, den USA und China im Sinkflug. "Im Euroraum liegt der PMI auf einem Niveau, das sonst nur in Rezessionszeiten zu beobachten war", streicht die Commerzbank heraus.

Inzwischen sind die Zahlen für Europa aus dem Verarbeitenden Gewerbe so schlecht, dass man mit einer Erholung rechnen müsse, argumentiert die Deutsche Bank. Darüber hinaus seien die Erwartungen an die Konjunkturentwicklung Deutschlands so sehr nach unten geschraubt worden, dass es auch hier das Potenzial einer positiven Überraschung gebe.

Tatsächlich gibt es erste Anzeichen, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. "Die globalen Stahlschrottmärkte, einschließlich der Märkte in Europa, den USA und Asien, legten in der Woche vom 11. bis 18. Oktober weiter zu", meldet das Portal MySteel.

Die Stahlschrottpreise in Deutschland traten im August weitgehend auf der Stelle. Im September kam es dann zu einem Preissturz. In den letzten Wochen haben sie sich stabilisiert. Das ist ein Indiz dafür, dass die Stahlkonjunktur in den nächsten Monaten die Talsohle verlassen dürfte. Nicht absehbar ist, ob es zu einem starken oder nur zu einem schwachen Rebound von Stahlnachfrage und Stahlpreisen kommen wird.

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