25.11.19

Verarbeitendes Gewerbe erschwert Erholung der Stahlpreise

"Das Verarbeitende Gewerbe verharrt jedoch weiter in der Rezession", stellt das ifo-Institut fest. Die Stahlnachfrage der hiesigen Unternehmen wird demzufolge nicht so schnell anspringen. Damit führt der einzige Weg zu einem substanziellen Anstieg der Stahlpreise über einen Lageraufbau und/oder einer Angebotsverknappung durch das Abschalten von Hochöfen. Stahlproduzenten können sich nicht durchsetzen den Verkaufspreis für Warmband auf 450 Euro anzuheben.

Nach dem Anstieg im Oktober sank der ifo-Geschäftsklimaindex für das Verarbeitende Gewerbe wieder. Von einer "merklich schlechteren Geschäftslage", spricht ifo-Chef Clemens Fuest. Der Anstieg im Oktober war somit eine Einmonatsfliege. Gut möglich, dass hinter ihr die Automobilindustrie steckte. Sie hatte im Oktober starke Zulassungszahlen präsentiert. Jedoch handelte es sich auch hier um einen Sondereffekt, als im Vorjahresmonat der Pkw-Absatz wegen eines neuen Abgastestverfahrens eingebrochen war.

"Eine Reihe von Käufern glaubt, dass die (Stahl-)Preise dabei sind in den Tiefpunkt zu erreichen. Infolgedessen könnte nach einer längeren Lagerabbauphase ein gewisser Wiederaufbau der Lagerbestände beginnen", sagt die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Stilllegung von Hochöfen und die angespannte Lage rund um das Ilva-Werk und seine Stakeholder hin. Beides trägt zu einer Angebotsverknappung auf dem Stahlmarkt bei.

Die Stahlpreis für warmgewalzten Stahl aus europäischer Produktion waren zuletzt stabil. "Die Stimmung auf dem Markt bleibt jedoch optimistisch", meldet "Fastmarkets. Stahlproduzenten in Deutschland und Benelux teilten ihren Kunden mit, dass sie für das 1. Quartal 2020 eine Preiserhöhung um 30-40 Euro im Auge hätten, berichtet "Argus". Die Warmbandpreise lagen zuletzt bei 420-425 Euro (Nordeuropa/Fastmarkets) bzw. 414,50 Euro (Nordwesteuropa/Argus).