24.02.20

Bessere PMI's und weicher Euro helfen Stahlindustrie

Robuste Einkaufsmanager-Daten und eine rege Nachfrage der Stahlhändler treiben die Preise nach oben. Auf dem Spotmarkt in Norddeutschland und den Niederlanden verteuert sich warmgewalzter Stahl auf 484 Euro je Tonne ab Werk, meldet Fastmarkets.

"Eurozone im Februar trotz Virus-Epidemie mit stärkstem Wachstum seit sechs Monaten", heißt es im neuen Einkaufsmanager-Bericht von IHS Markit. Die Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe legten überraschend deutlich zu.

Der PMI für Deutschland kletterte von 45,3 Punkte im Januar auf 47,8 Zähler im Februar. Der entsprechende Index für die Eurozone steigt um 1,2 Punkte auf 49,1 Zähler.

Trotz der merklich verbesserten Lage bleibt es schwierig. Die PMI liegen weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Von einem kräftigen Aufschwung wie Ende 2017, als Zählerstände von 60 und darüber erreicht wurden, kann keine Rede sein.

Weicher Euro


"Deutsche (Stahl-) Service-Center überlegen, um wie viel die Preise für warmgewalzte Bleche für monatliche März-Verträge erhöht werden können", meldet Argus. Stahlhändler seien nicht in der Lage die gestiegenen Warmbandpreise bei ihren Endkunden durchzusetzen.

Für einige Stahl-Service-Center hätten sich jedoch Exportmöglichkeiten aufgetan, sagt Argus. Dabei dürfte auch der schwache Euro eine Rolle spielen. Für 1 Euro gab es zuletzt mit 1,08 US-Dollar so wenig wie zuletzt vor knapp drei Jahren.

Wegen des weichen Euros wird warmgewalzter Stahl aus EU-Ländern, die den Euro haben, in Drittstaaten günstiger. Auf dem US-Stahlmarkt kommt man aber nicht zum Zug. Hier kostet inländisches Warmband aktuell 650 Dollar je Tonne (1.000 kg). Das entspricht 602 Euro.

Rechnet man auf den aktuellen europäischen Warmbandpreis von 484 Euro 25% Strafzoll hinzu, ergibt sich ein potenzieller Verkaufspreis (ohne Lieferkosten) von 605 Euro.