04.02.20

Legen die Stahlschrottpreise auch im Februar 2020 zu?

Stahlwerke zahlen Schrotthändlern mehr, und so kam es zu Jahresbeginn zu einem Anstieg der Stahlschrottpreise. Weil Stahlproduzenten höhere Verkaufspreise durchsetzen, dürften die Stahlschrottpreise im Februar weiter steigen. Gegenwind kommt vom Stahlschrott-Exportpreis.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: "Verhandlungen zwischen Stahlwerken und Großhandel mündeten in Preisaufschlägen um einen zweistelligen Eurobetrag", berichtet Euwid Recycling und Entsorgung. "Je länger mit dem Vertragsschluss gewartet wurde, desto geringer fiel das Plus aus."

Hintergrund ist die bessere Verfassung der Stahlproduzenten. Der Stahlpreis für Warmband kletterte in Deutschland, den Niederlanden und Belgien auf 480 Euro je Tonne per 3. Februar 2020. Anfang 2020 war er 439 Euro (Spotmarktpreis ermittelt von Fastmarkets).

"Die Verhandlungsposition der deutschen Stahlwerke war dabei umso schlechter, je niedriger der aktuelle Lagerbestand der Werke nach der Ferienzeit war", erläutert Euwid. Insgesamt sei die Schrottnachfrage der Stahlwerke gut.

Schrotthändler zahlen aktuell für Mischschrott mit einer Wandstärke von mindestens drei Millimetern 100 Euro je Tonne (1.000 kg). Scherenschrott (Wandstärke 4-6 mm) bringt 110 Euro. Im Oktober 2019 zahlten Schrotthändler lediglich 50 Euro (Mischschrott) und 80 Euro (Scherenschrott).

Der Exportpreis für Stahlschrott in die Türkei bricht derweil ein. An der Londoner Metallbörse (LME) sinkt der Stahlschrottkontrakt (Heavy Melting Steel, HMS 1/2) auf 257 US-Dollar je Tonne. Zu Jahresbeginn war er bei 295 Dollar.

Der gesunkene Exportpreis hilft den Stahlproduzenten überhöhte Forderungen der Schrottverkäufer abzuwehren. Damit hat sich die Lage um 180 Grad gedreht. Im Herbst kletterte der Exportpreis. Das gab seinerzeit Schrotthändlern ein Argument für höhere Verkaufspreise an die Hand.