11.02.20

Stahlpreis Prognose: So steigt Warmband über 500 €/Tonne

Stahlkäufer beißen in den sauern Apfel und kaufen Warmband zu aus ihrer Sicht recht hohen Preisen. Ihnen bleibt wegen einer Verknappung des Angebots seitens der Stahlproduzenten und vergleichsweise teurem Importstahl nichts anderes übrig. Auf den Spotmärkten in Deutschland, den Niederlanden und Belgien lag der durchschnittliche Verkaufspreis für Warmband zuletzt bei 468,75 Euro je Tonne, meldet Argus.

"Jegliche Belebung der Wirtschaftstätigkeit (in Europa) wird zaghaft ausfallen", prognostizierte die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Vergangenen Freitag veröffentlichte Zahlen zu den Ausbringen der Industrie bestätigen diese Einschätzung. So fiel die Industrieproduktion in Deutschland, Frankreich und Spanien durchweg schlecht aus.

In Deutschland hätten die von den Stahlproduzenten vorgenommen Kapazitätsverringerungen zu einem Anstieg der Stahlpreise beigetragen, berichtet MEPS. Die Stahlwerke produzierten im Dezember 2019 um 10,9% weniger warmgewalzte Erzeugnisse. Im November 2019 lag das Minus bei 15,2% gegenüber dem Vorjahresmonat, zeigen Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Größere Menge mittels Importstahl zu decken, ist für die Stahlverarbeiter keine Option. Hier liegen die Preise im Schnitt um 30 Euro über denen der heimischen Produzenten. Und so versuchen die Stahlproduzenten die Verkaufspreise für Lieferungen Ende März und zu Beginn des zweiten Quartals 2020 weiter nach oben zu treiben.

Seit Mitte November 2019 haben die Warmbandpreise merklich zugelegt. Seinerzeit war Warmband am Spotmarkt mit 412 Euro ausgesprochen günstig zu haben. Inzwischen ist es um 14% teurer. Ob die Stahlpreisentwicklung 2020 weiter nach oben klettert, wird vom Verarbeitenden Gewerbes abhängen. Hellen sich hier Geschäftsausblicke und Exportperspektiven auf, dürfte Warmband im Sommer mehr als 500 Euro kosten.