Wie reagieren die Stahlpreise auf ein Ende der Trump-Zölle?

07.09.21

Wie reagieren die Stahlpreise auf ein Ende der Trump-Zölle?

Bei einem Wegfall der Trump-Stahlzölle könnten die europäischen Stahlpreise für einen verlängerten Zeitraum auf hohem Niveau bleiben. Die hiesigen Stahlhersteller würden wieder mehr Stahl in die USA exportieren und damit das Stahlangebot in Europa knapp halten. Der deutliche Anstieg der EU-Stahlimporte zeigt jedoch, dass solche Ängste übertrieben sind.

"Wir teilen mit unseren US-Kollegen die Bereitschaft in den nächsten Monaten eine Lösung (für die Trump-Stahlzölle) zu finden, in jedem Fall aber vor dem EU-US-Gipfel am 1. Dezember 2021", sagt ein Sprecher der EU-Kommission. Die am 1. Juni 2018 von dem damaligen US-Präsidenten Trump verhängten Stahlzölle in Höhe von 25% dürften laut Experten durch eine Quotenregelung ersetzt werden.

Der US-Stahlmarkt ist für Stahlhersteller der lukrativste der Welt. Der Stahlpreis für Warmband lag an der Ostküste zuletzt bei 2.069 US-Dollar je Tonne (1.000 kg). Bei einem Euro-Wechselkurs von 1,1850 Dollar ergibt sich ein potenzieller Verkaufspreis für europäische Stahlhersteller von 1.746 Euro. In Nordwesteuropa lag der durchschnittliche Warmbandpreis zuletzt bei 1.140 Euro.

EU-Stahlimporte kompensieren


Mit 4,5 Millionen Tonnen Warmband importierte die EU im ersten Halbjahr 2021 so viel wie nie zuvor. Die bedeutsamsten europäischen Stahl-Importhäfen, allen voran Antwerpen, seien aufgrund der hohen Stahl-Einfuhren de facto zu 100 Prozent ausgelastet, berichtet Argus.

Die Importmengen haben sich zuletzt merklich beschleunigt und so werden laut Hochrechnungen im laufenden Jahr über neun Millionen Tonnen Warmband in die EU eingeführt. Dies dürfte maßgeblich dazu beitragen, dass die europäischen Verkaufspreise bei einem Wegfall der Trump-Stahlzölle stabil blieben.

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