Stahlpreise zu hoch: Ist mehr Importstahl die Lösung?

08.04.22

Stahlpreise zu hoch: Ist mehr Importstahl die Lösung?

Flachstahlpreise Nordwesteuropa

SorteStahlpreisDatum
Warmband1.400 EUR07.04.22
Kaltband1.500 EUR07.04.22
Feuerverzinkt1.550 EUR07.04.22

Anzeichen eines Wendepunktes der rekordhohen Stahlpreise verdichten sich. Verkaufspreise zwischen 1.400 bis 1.550 Euro für die verschiedenen Flachstahlsorten seien "unrealistisch", weil zu hoch, zitiert Kallanish zwei deutsche Stahlkäufer. Man werde zu solchen Preisen nicht kaufen.

Chinesisches Warmband ist für 1.100 Euro cfr Antwerpen/Italien inkl. Zollabfertigung beziehbar. Im Vergleich zu Stahl aus europäischen Hochöfen sei das ein "großer Discount", kommentiert Argus. Der Stahl aus Fernost werde im Juni geliefert und falle ins schutzklauselfreie Kontingent für das 3. Quartal 2022.

Welthandel unterwandert Sanktionen

China, Indien und die Türkei haben keine Sanktionen gegen Russland verhängt. Den Stahlherstellern dieser Ländern steht der Rohstoffmarkt Russlands für die Beschaffung von Öl, Gas, Kohle und Metallen offen. Diese verarbeiten sie weiter zu Stahl und verschiffen immer größere Teile ihrer Produktion nach Europa.

Ergebnis: Russisches Eisenerz, Kohle und Legierunsmetalle landen über einem Umweg, an dem die Hochseespediteure hervorragend verdienen, in Produkten Made in Germany.

Politiker auf Landesebene und Kommunlaebene in Deutschland drücken bereits die Daumen, dass man mit steigenden Importen die Stahlpreise wieder etwas runterbekommt. Denn das trägt dazu bei Arbeitsplätze auf dem Bau und dem Verarbeitenden Gewerbe zu sichern.

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