Hohe Preise für Flacherzeugnisse auf dem Prüfstand

10.05.22

Hohe Preise für Flacherzeugnisse auf dem Prüfstand

Der Abwärtstrend setzt sich fort, und so sank der Stahlpreis für warmgewalzten Stahl am 9. Mai 2022 auf 1.178 Euro je Tonne. Aufgrund einer anhaltend schwachen Stahlnachfrage gehe es nach unten, erläutert Fastmarkets seine Preisfeststellung, die sich auf den Großraum Nordeuropa bezieht.

"Wenn die (Preis-) Kurve abwärtsgerichtet ist, kauft jeder nur so viel, wie er gerade braucht", zitiert Kallanish einen niederländischen Stahlhändler. In Deutschland und Benelux ist Warmband mit 1.250 Euro um gut 80 Euro je Tonne teurer als im nordeuropäischen Durchschnitt.

Die Stahlpreise für feuerverzinkten Bandstahl (Galv) und kaltgewalzten Stahl liegen bei 1.350 Euro. Sie sinken schneller. Laut dem Niederländer wird sich der Preisunterschied von Galv und Kaltband zu Warmband von aktuell 100 Euro auf 80 Euro verringern.

Aus Ostasien importiertes Warmband ist inklusive Schutzklauseln und Lieferung um 150 Euro günstiger. Das unterstreicht, wie hoch die Stahlpreise in Europa nach wie vor sind. Einigen Marktteilnehmern zufolge hätten sich die Preise in Europa vom internationalen Markt abgekoppelt.

Weicher Euro = hohe Stahlpreise

Der wachsweich gewordene Euro verstärkt diese Tendenz. Die Gemeinschaftswährung hat sich gegenüber dem US-Dollar in den letzten drei Monaten um 8% auf 1,05 abgeschwächt. Ursachen waren der Krieg in der Ukraine sowie Zinserhöhungen der US-Notenbank.

Stahlimporteure haben bereits für den Euro-Dollar-Wechselkurs ein Austauschverhältnis von 1 zu 1 im Auge. Dies würde neben den Schutzklauselmaßnahmen und den hohen Frachtraten die Stahleinfuhren verteuern und europäischen Stahlherstellern in die Karten spielen.

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