Stahlpreis Prognose Q1/2026: Es geht aufwärts

Die deutschen Industrieunternehmen blicken frohen Mutes ins neue Jahr, machen aber bisher keine Anstalten, die Produktion zu steigern. Der Anstieg der Metallpreise fällt für viele Unternehmen in eine Zeit, in der sie die Beschäftigung kürzen müssen. 

Noch bereiten sinkende Produktion und ein schwaches Exportgeschäft Sorge. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie fiel im Dezember unerwartet deutlich auf 47 Punkte. Das war der tiefste Stand seit zehn Monaten. 

"Im Verarbeitenden Gewerbe, wo es im Verlauf des letzten Jahres durchaus Anzeichen für ein Ende des Abschwungs gab, hat sich die Rezession wieder vertieft", kommentiert der Index-Herausgeber Hamburg Commercial Bank.

Darüber hinaus stiegen die Einkaufspreise zum ersten Mal seit knapp drei Jahren wieder an. Ein maßgeblicher Treiber dafür war die Verteuerung von Metallen.

Indes kletterte der Warmbandpreis mit 625 Euro pro Tonne auf den höchsten Stand seit Mai 2025. Seit inzwischen vier Monaten ist der PMI-Index fallen, während der Warmbandpreis am steigen ist. Dies ist sehr ungewöhnlich (Anomalie).

Stahlpreis Diagramm 2025 - Stahl Prognose 2026

So sank der PMI zwischen September und Dezember 2025 von 49,8 Punkten auf 47 Zähler, während der Warmbandpreis von 574 Euro auf 625 Euro (+9%) stieg.

Die Geschäftsaussichten in den Industrieunternehmen haben sich hingegen den zweiten Monat in Folge verbessert. Sie befinden sich auf einem 6-Monatshoch. Viele Unternehmen rechnen wegen der Einführung neuer Produkte mit einer steigenden Nachfrage für ihre Güter.

Hinzu kommen höhere Investitionen der öffentlichen Hand in Infrastruktur und Verteidigung, von denen man sich Umsatz verspricht.

Ausblick

Insgesamt zeichnet sich folgende Entwicklung ab: Der Jahresstart dürfte wegen der zuletzt weiter gedrosselten Produktion und dem Rückgang der Exportaufträge schwach ausfallen. Ab Februar, spätestens März, wird der PMI auf Anstiegskurs gehen.

Ziel ist über die Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum in der deutschen Industrie anzeigt, zu steigen. Die Anomalie zwischen PMI und Warmbandpreis löst sich auf. Der Warmbandpreis setzt seinen Anstieg im ersten Quartal 2026 auf 650-670 Euro fort.