22.08.14

Signale für Stahlindustrie nach Ländern

Ginge es nach den Rohstahlproduktionen und den Aktivitäten der Industrie in Deutschland und den USA, wäre die Stahlkonjunktur auf einem soliden Erholungspfad. Frankreich und China machen dem jedoch ein Strich durch die Rechnung.

Mit Argusaugen haben Metallanalysten auf die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMI) geschaut. Sie gelten als sehr gute Frühindikatoren, um die künftige Aktivitäten im Verarbeitenden Gewerbe abzuschätzen.

Grundsätzlich gilt: Je weiter ein PMI die Wachstumsschwelle von 50 Punkten übersteigt, umso besser sind die Aussichten für die Stahlkonjunktur.

In Deutschland und den USA ist die Stimmung in der Industrie gut. So gab der deutschen PMI trotz Ukraine-Krise nur minimal um 0,3 Punkte auf 56,4 Punkte nach, wie das Marktforschungsinstitut Markit gestern mitteilte. Der amerikanische PMI kletterte von 55,8 auf 58,0 Zähler.

Die Zahlen decken sich mit den jüngsten Nachrichten aus den Stahlbranchen der jeweiligen Länder. So zogen deutsche Rohstahlproduktion und Auftragseingänge für Walzstahlerzeugnisse an, während beim dem Stahlriesen U. S. Steel die Gewinne sprudelten.

Anders sieht es in Frankreich aus, wo der PMI von 47,8 auf 46,5 Punkte einbrach. Allerdings fällt die französische Stahlkonjunktur kaum ins Gewicht, weil dort lediglich gut ein Drittel so viel Rohstahl produziert wird wie in Deutschland.

Chinas Rohstahlproduktion ist 50-Mal so hoch wie die von Frankreich, weshalb der Rückgang des chinesischen PMI von 51,7 auf 50,3 Punkte viele aufhorchen lässt. Der in Shanghai gehandelte Kontrakt für Betonstahl (Rebar) sank unterdessen auf ein Allzeittief bei 2.980 Yuan (366 Euro) pro Tonne.