Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) im Januar 2026
Die Stahlpreise für Betonstahl (Rebar) liegen in Deutschland bei 605 Euro je Tonne. Sie werden laut dem Einkäufer eines größeren Stahlhändlers bis Mitte Januar um 10 Euro auf 615 Euro steigen. Dieser Anstieg sei zum Teil den gestiegenen Stahlschrottpreisen geschuldet. Ferner meldet Kallanish, dass nordwesteuropäische Betonstahlhersteller ihre Verkaufspreise im Januar "etwas" erhöhen dürften.
In Italien, wo Betonstahl 550-560 Euro kostet. wird es aller Voraussicht nach ebenfalls zu Preisanhebungen kommen. "Die italienischen Hersteller planen bereits dieses Niveau zu erhöhen", berichtet Steel Orbis. Hintergrund seien Aufwärtstrend bei den Betonstahlpreisen im Ausland. Ende 2025 war der globale Betonstahlmarkt laut GMK Center durch Preisspitzen in den USA, der Türkei und in Teilen der EU gekennzeichnet gewesen.
Es gibt aber auch kritische Stimmen, die Preiserhöhungen widersprechen. Das Angebot von Betonstahl sei in der EU bereits größer als die Nachfrage. Wenn Hersteller ihre über Weihnachten unterbrochene Produktionslinien wieder hochgefahren haben, werde das Angebot weiter steigen, sagen sie.
In Deutschland entwickelt sich wegen der bemerkenswerten Lageverbesserung der Bauwirtschaft keine Angebotsschwemme. Stattdessen muss man mit einem Nachfrageüberhang, der zu steigenden Betonstahlpreisen führt, rechnen.
Flacherzeugnisse
Der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl (Hot-Rolled Coil) steigt in Nordeuropa per 8. Januar 2026 um 12 Euro auf 634 Euro pro Tonne, wie die von Fastmarkets veröffentlichten Spotpreise zeigen. In Italien hat sich Warmband in den letzten vier Wochen stärker verteuert. Der Spotpreis stieg um 19 Euro auf 630 Euro.
Stahlhersteller sind in einer guten Ausgangslage höhere Preise durchzusetzen. Hintergrund ist der C02-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Er macht Stahlimporte aus Nicht-EU-Ländern unattraktiv. Heimischen Stahlwerke sind die verlässlichere Option. Während eine Zunahme des Spotpreises auf 700 Euro wohl nicht ansteht, rechnen doch viele in den nächsten Wochen mit einem Anstieg auf 650 Euro.
Feuerverzinkter Stahl (Hot Dip Galvanized Steel) kostet in Nordeuropa mit 735 Euro pro Tonne 10 Euro mehr als vor zwei Wochen. In Südeuropa liegt der Preis für den vor Korrosion (Rost) geschützten Stahl gleichermaßen bei 735 Euro.
Ebenfalls um 10 Euro nach oben haben sich die Stahlpreise für Kaltband (Cold-Rolled Coil) entwickelt. Sie liegen damit in Nordeuropa und Italien bei 725 Euro. Käufer rechnen in den kommenden Wochen mit einem Anstieg um 10-20 Euro. Die Situation gleicht dem Warmbandmarkt. Käufer wollen nicht die von Importen ausgehenden Preis- und LIeferrisiken eingehen.
In den USA sind die Stahlpreise für Warmband und Kaltband deutlich gestiegen, während sie für Grobblech auf der Stelle traten. Laut Steel Benchmarker kostete Warmband Ende Dezember 976 US-Dollar je Tonne (1.000 kg). Das waren 64 Euro mehr als Monatsanfang. Der Kaltbandpreis stieg um 58 Dollar auf 1.215 Dollar. Der Grobblechpreis blieb mit einer Erhöhung um lediglich 1 Dollar auf 1.148 Dollar de facto unverändert.