26.11.14

Eisenerz macht Stahlpreisentwicklung das Leben schwer

Immer tiefer in den Keller rauschende Eisenerzpreise hinterlassen einen Fußabdruck in den Stahlpreisen. Der zentrale Einsatzstoff für die Stahlproduktion sinkt zum ersten Mal seit fünf Jahren unter die Marke von 70 US-Dollar pro Tonne. Hintergrund ist ein massiver Angebotsüberhang in China.

Nachdem die Stahlpreise für Grobblech zuletzt deutlich nachgaben, treten Ermüdungserscheinungen bei börsengehandelten Stahlkontrakten auf. Der an der Warenterminbörse in Chicago gehandelte Kontrakt für Warmband sinkt von 634 Dollar auf 629 Dollar pro Tonne. In Shanghai kotierter Baustahl sinkt von 2.662 Yuan auf 2.576 Yuan.

Eisenerz mit einem Gehalt von 62 Prozent mit Lieferung zum chinesischen Hafen Quingdao sank gestern auf 69,58 Dollar pro Tonne. Das war der niedrigste Stand seit Juni 2009. Die Eisenerzpreise gaben im laufenden Monat bereits um 13 Prozent nach. Seit Jahresbeginn 2014 sanken sie um 45 Prozent.

Die Preise für Eisenerz hätten sehr viel stärker nachgegeben als erwartet, sagte der Analyst Gavin Wendt von der australischen Metallberatungsgesellschaft Mine Life dem Finanzdienst Bloomberg. "Ich glaube nicht, dass wie eine signifikante Erholung sehen werde", lautet Wendt's Eisenerzpreisprognose.

Der Abwärtsspirale widersetzen kann sich bisher an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelter Rohstahl (Steel Billet). Der Stahlpreis für Steel Billet am Kassamarkt klettert mit 480 Dollar pro Tonne auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

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Diagramm Stahlpreisentwicklung Steel Billet