17.11.14

Stahlpreisentwicklung aktuell / Stahlpreis Prognose 2015

"Die Preiserhöhungen, die ich sehe, werden hässlich für die Budgets von Stahleinkäufern", sagte John Anton, Manager von IHS Steel Service, im Gespräch mit My Purchasing Center. Der Stahlexperte prognostiziert für 2015 höhere Stahlpreise. Die verbleibenden Monaten in diesem Jahr sowie der Beginn des nächsten Jahres böten für eine ganze Weile die besten Kaufgelegenheiten.

Historisch gesehen seien die Schwankungen der Stahlpreise größer als in den letzten drei bis vier Jahren, erklärte Anton. In den vergangenen Jahren habe sich bei den Preisen so wenig getan, seitdem er sie verfolge. Am meisten Aufwärtsspielraum hätten die Stahlpreise in Europa und China. In Nordamerika sei aufgrund eines recht hohen Preisniveaus weniger Potential vorhanden.

"Selbst wenn die Preise nach unten gehen, wäre der Rückgang recht gering. In Europa und Asien können sie nicht nach unten gehen, weil dort derzeit Stahl zu Produktionskosten oder darunter verkauft wird", begründet der Stahlexperte Anton.

Im Fokus der Stahlpreisentwicklung 2015 könnte eine Verringerung der Differenz zwischen den Stahlpreisen in den USA und Europa stehen. In den USA kostet warm gewalzter Stahl derzeit 645 Dollar pro Tonne. Bei einem aktuellen Eurokurs von 1,2450 Dollar ergibt sich ein Stahlpreis von 518 Euro.

Stahlpreisentwicklung Diagramm: Warmband und Kaltband

Von einem solchen Preisniveau können europäische Stahlproduzenten nur träumen. In Europa treten die Preise für Warmband aktuell bei 408-415 Euro auf der Stelle.

Die große Unbekannte für den Stahlmarkt 2015 ist die Lage Chinas. Wenn die Regierung in Peking chinesische Stahlunternehmen nicht rettet, werden viele zum Ende dieses Jahres und Anfang 2015 pleite gehen. Dies hätte wiederum einen Anstieg der Stahlpreise zur Folge", sagen Stahlexperten.

Sollte China seine Stahlbranche hingegen über Wasser halten, könnten die Stahlpreise bis Mitte 2015 recht niedrig bleiben. Anschließend würden jedoch die ersten europäische Stahlproduzenten pleite gehen, was wiederum einen Anstieg der Stahlpreise zur Folge hätte.