03.02.13

LME Stahlpreis kracht unter 200 Euro pro Tonne

Der Kurs des Euros wirkt sich immer drastischer auf den Stahlpreis aus. Das an der Londoner Metallbörse (LME) gehandelte Vorleistungsprodukt Steel Billet fällt auf ein Rekordtief bei 270 Dollar pro Tonne. Rechnet man die Stahlpreisentwicklung zum gegenwärtigen Wechselkurs des Euros von 1,37 USD um, ergibt sich ein LME Stahlpreis von 199 Euro.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Stahlpreisentwicklung mittlerweile mehr als je zuvor in einer Abwärtsbewegung. Das werde sich nicht so schnell stoppen bzw. umdrehen lassen, sagen Technische Analysten. In den zurückliegenden 18 Monaten sind Steel Billets um 58,2 Prozent günstiger geworden. Im August 2011 kosteten sie bei einem damaligen Eurokurs von 1,45 USD umgerechnet 476 Euro (690 USD).

Dass die Stahlkonjunktur nicht auf die Beine kommt, zeigen auch die Preisen für warm gewalzten Warmbreitbandstahl aus den USA. An der Warenterminbörse in Chicago (CME) liegt der Stahlpreis für Warmbreitband bei 633 USD. Das sind 22 USD weniger als zu Jahresbeginn.

In der zweiten Jahreshälfte bestehe Hoffnung auf einen Aufschwung, wenn sich die Euro-Krise weiter beruhige und Amerika seinen Haushaltsstreit löse, sagte der Chef des österreichischen Hüttenbetreibers voestalpine, Wolfgang Eder, Ende Januar im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung."

Bis dahin dürfte die Wirtschaft im Euroraum auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sein. Gegenwärtig befindet sich Konjunktur im Stabilisierungsmodus. Das ist für die Aktienmärkte offenbar ausreichend, um zu steigen. Die Stahlpreise werden sich erst nachhaltig erholen, wenn Europas Realwirtschaft expandiert und es zu einem synchronisiertem Wachstum mit den USA und China kommen sollte.