11.02.13

Stahlpreisentwicklung 2013 hat nichts bemerkt

Positive Wirtschaftsnachrichten aus der Stahlindustrie mehren sich. Dennoch kommt die Stahlpreisentwicklung 2013 nicht vom Fleck. Die Stahlpreise sinken sogar. Der Stahlpreis pro Tonne für warm gewalzten US-Stahl fällt auf ein Viermonatstief bei 615 US-Dollar (USD). Das sind 13 USD weniger als vor einer Woche und entspricht einem Minus von 23 USD im Vergleich zum Oktober.

Dass die Stahlkonjunktur in Deutschland zum Jahresbeginn wieder angezogen hat, spielt für die internationalen Stahlpreise bisher keine Rolle. Im Januar wurden 3,6 Millionen Tonnen Rohstahl erschmolzen, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat war das ein Plus von 5,4 Prozent.

Fokus China

Auch exzellente Konjunkturdaten aus China können die Stahlpreisentwicklung 2013 bisher nicht aus ihrer Abwärtsbewegung befreien. Die chinesischen Exporte lagen im Januar 2013 um 25 Prozent höher als Januar 2012. Mit einem so steilen Anstieg hatten Ökonomen nicht annährend gerechnet. Bei den Importen gab es eine Zunahme um 28,8 Prozent.

Wegen des chinesischen Neujahresfestes und der Urlaubszeit kommt es offenbar zu Verzögerungseffekten. Die Volksrepublik hat als weltgrößter Stahlproduzent maßgeblichen Einfluss auf die Stahlpreise. Wenn die vorübergehende Nachfrageflaute abklingt und Anfang März eine neue politische Führung in Peking die Macht übernimmt, werden einige Hindernisse auf dem Weg zu höheren Stahlpreisen aus dem Weg geräumt sein.

Wegen der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hatte Chinas Stahlindustrie im vergangenen Jahr mit den größten Schwierigkeiten seit einer Dekade zu kämpfen. Ursache waren hohe Überkapazitäten. Peking traf entgegen wirtschaftlicher Vernunft die politische Entscheidung die Stahlhütten nicht abzuschalten, um Massenentlassungen und mögliche Unruhen vor dem Machtwechsel aus dem Weg zu gehen.