26.03.13

Sinkende Stahlpreisentwicklung ignoriert Weltstahlproduktion

Die Stahlpreisentwicklung lässt sich von einer höheren Rohstahlproduktion nicht aus der Reserve locken. An der Londoner Metallbörse (LME) sinkt der Stahlpreis pro Tonne für Stahlknüppel (Steel Billet) auf ein Rekordtief bei 195 Dollar (151 Euro). Ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht in Sicht. Europas Wirtschaft ist offenbar weitaus stärker angeknackst als bisher angenommen.

Einst war Deutschland der kranke Mann Europas, nun ist Europa der kranke Mann der Weltwirtschaft. Dies unterstreicht die Weltrohstahlproduktion. Sie lag im Februar mit 123 Millionen Tonnen um 1,2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Ohne die trägen Europäer wäre weitaus mehr drin gewesen.

LME Stahlpreisentwicklung (Euro pro Tonne)

So sank die Stahlproduktion in Deutschland um 3,7 Prozent, in Frankreich um 0,8 Prozent, in Italien um 15 Prozent und in Spanien um 1,7 Prozent. China schaffte hingegen ein Plus 9,8 Prozent. Der weltgrößte Stahlproduzent macht mit einer Produktion von 61,8 Millionen Tonnen auch die um 11,8 Prozent rückläufige US-Rohstahlproduktion wett. Die Vereinigten Staaten produzieren knapp ein Zehntel so viel Stahl wie das Reich der Mitte.

Ein Silberstreifen am Horizont für die Stahlpreisentwicklung ist die Kapazitätsauslastung. Sie klettert von 76,7 Prozent im Januar auf 80,5 Prozent im Februar, wie der Weltstahlverband berichtet, an den 63 Länder ihre Daten über Stahlkonjunktur übermitteln.

Neben den europäischen Stahlpreisen für Stahlknüppel kommt es zu einem Rückgang bei amerikanischem Warmbreitband. Der in Chicago gehandelte Terminkontrakt für warm gewalzten Stahl sinkt binnen zwei Wochen von 612 Dollar auf 609 Dollar. Chinesischer Betonstahl (25mm) vergünstigte sich trotz der steigenden Rohstahlproduktion seit Ende Februar von 3.881 Yuan (473 Euro) auf 3.672 Yuan (459 Euro).