28.01.14

In den Stahlpreisen spiegeln sich die Schwellenländer

Die Stahlpreise in Europa, den USA und Asien treten derzeit auf der Stelle. Pessimisten malen eine von den Schwellenländern ausgehende Finanzkrise an die Wand. Es besteht die latente Gefahr einer spürbaren Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstum, sollten die zuletzt in Argentinien und der Türkei aufkommenden Währungskrisen auf weitere Länder übergreifen.

Der in London gehandelte Stahlkontrakt für Rohstahl (Steel Billet) kommt seit drei Wochen nicht vom Fleck. An der Londoner Metallbörse lag der Stahlpreis pro Tonne für Steel Billet zuletzt bei 355 Dollar (259,90 Euro). Am 10. Januar 2014 war die LME-Stahlpreisentwicklung auf ein 17-Monatshoch bei 359 Dollar (264,16 Euro) geklettert.

An der Warenterminbörse in Chicago (CME) notiert der Stahlkontrakt für Warmbreitband mit 672 Dollar pro Tonne (494,12 Euro) ebenfalls unter seinem Hoch bei 675 Dollar (496,32 Euro). Der US-Auftragseingang für langlebige Industriegüter brach im Dezember 2013 überraschend um 4,3 Prozent ein, wie die amerikanische Statistikbehörde heute mitteilte.

(Weiterlesen: Die Stahlpreisentwicklung ist 2014 am Drücker)

Solange die Währungskrisen auf den argentinischen Peso und die türkische Lira begrenzt blieben, ließen sich die wirtschaftlichen Schwergewichte USA, Europa und Asien davon nicht herunterziehen, sagen Ökonomen. Gefährlich werde es, wenn ein BRIC-Land in den Abwärtsstrudel gerate.

Brasilien und Indien gelten wegen Leistungsbilanzdefiziten und der Verschleppung von Strukturreformen am anfälligsten. Für Russland wird es eng, wenn der Ölpreis für einen längeren Zeitraum deutlich unter 100 Dollar pro Fass bliebe.

Über China tauchen immer wieder Gerüchte über kreditfinanzierte Geisterstädte auf. Sollten nur ein Teil der ausgereichten Immobilienkredite nicht zurück gezahlt werden, hätte das chinesische Bankensystem ein massives Problem.

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