09.03.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2015 - Deutschland II

An der Londoner Metallbörse (LME) erhöht sich der Stahlpreis für Bezieher aus dem Euroraum wegen der massiven Abwertung der Gemeinschaftswährung. In den vergangenen zwei Wochen verteuert sich LME-Rohstahl von 261 Euro auf 269 Euro pro Tonne. Der Rohstahlpreise in US-Dollar tritt hingegen bei 295 Dollar auf der Stelle.

Am Devisenmarkt sinkt der Euro-Wechselkurs auf 1,0822 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit dem 4. September 2003. Der schwache Euro hilft Europa sich vor billigen Stahlimporten aus Drittländern abzuschirmen. Auf der anderen Seite dürfte die Abwertung europäischen Stahlproduzenten, die qualitativ besonders hochwertigen Stahl produzieren (z. B. Voestalpine), dabei helfen Aufträge aus Übersee an Land zu ziehen.

Die Rohstahlproduktion in Deutschland lag im Februar 2015 um 1,6 Prozent niedriger als im Februar 2014. Insgesamt wurden 3,51 Millionen Tonnen Rohstahl produziert, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl heute mitteilt. Der Eindruck täuscht ein wenig. Unter dem Strich bleibt die Stahlindustrie nämlich auf Expansionskurs. Im Februar 2014 war die Produktion aufgrund von Sonderfaktoren überdurchschnittlich.

"Die deutsche Konjunktur läuft weiter auf Hochtouren. Die wirtschaftliche Verfassung könnte kaum besser sein", stellt die Investmentberatung Sentix fest. Das Sentix-Baromter für Deutschland klettert im März 2015 um 4,5 Zähler auf 39,5 Punkte. Damit erreicht der Index, der auf monatlichen Umfrage unter gut 1.000 privaten und institutionellen Anlegern basiert, ein Allzeithoch.

ThyssenKrupp stellt sich auf Fusionen und Übernahmen auf dem europäischen Stahlmarkt ein. Hintergrund seien die Überkapazitäten. Andreas Goss, Stahlchef von Deutschlands größten Stahlkocher, der weltweit Rang 19 einnimmt, warnt davor durch weitere staatliche Subventionen den Konsolidierungsprozess zu verhindern.