25.03.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im März 2015 - Update 6

Der Stahlpreis für warm gewalzten Stahl erreicht ein neues Rekordtief. Der an der Warenterminbörse in Chicago (CME) gehandelte Kontrakt für den nächstgelegenen Liefermonat sinkt auf 488 Dollar pro Tonne. Damit ist Warmband (Hot-Rolled Coil) um 117 Dollar günstiger als Anfang 2015 und knapp 200 Dollar günstiger als im Mai 2014, als er 685 Dollar kostete.

In den USA sank der Auftragsbestand der Unternehmen für langlebige Industriegüter im Februar um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistikbüro heute in Washington mitteilt. Ökonomen hatten mit einem Anstieg bei denen für die künftige Industriekonjunktur wegweisenden "Big Ticket Items" um 0,3 Prozent gerechnet.

Die Rohstahlproduktion in der Europäischen Union (EU) lag im Februar 2015 um 1,8 Prozent niedriger als im Februar 2014, meldet der Weltstahlverband worldsteel. Insgesamt wurden 13,62 Millionen Tonne Stahl hergestellt. 3,51 Millionen Tonnen entfielen auf Deutschland, gefolgt von 1,97 Millionen Tonnen auf Italien und 1,28 Millionen Tonnen auf Frankreich.

Chinas Stahlproduktion erhöhte sich um 3,4 Prozent auf 65,03 Millionen Tonnen, während Russlands Ausstoß 5,6 Prozent auf 5,74 Millionen Tonnen stieg. Die Zunahmen sind ein Indiz dafür, dass unvermindert hohen Mengen von Importstahl in die EU kommen. Russlands Stahlproduzenten profitieren von dem niedrigen Rubelkurs, der ihnen dabei hilft, Stahl in der EU günstiger zu verkaufen.

Die Stahlproduzenten in der EU hätten einen soliden Auftragsbestand, stellt die Metallberatungsgesellschaft MEPS fest. Allerdings konnte man wegen einer zuletzt schwachen Einkaufstätigkeit der Stahlverwender die von vielen Stahlproduzenten gewünschte Erhöhung der Stahlpreise für Flacherzeugnisse bisher nicht vornehmen.