16.04.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im April 2015 - Deutschland II

Der deutschen Stahlindustrie geht es mit einer Kapazitätsauslastung von knapp 90 Prozent vergleichsweise gut. In der EU liegt die Auslastung im Mittel um 13 Prozentpunkte niedriger. Die Stahl-Mengenkonjunktur in Deutschland sei in der Tendenz aufwärtsgerichtet, meldet die Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Die hohe Kapazitätsauslastung in Deutschland ist insofern interessant, weil die Rohstahlproduktion im März 2015 um vier Prozent niedriger lag als im März 2014. Insgesamt erzeugten die Stahlkonzerne 3,9 Millionen Tonnen Rohstahl.

Der Rückgang der Rohstahlproduktion dürfte mit der Abkühlung des Wachstums im ersten Quartal 2015 zusammenhängen. Ökonomen rechnen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um lediglich 0,2 Prozent, nachdem die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2014 um 0,7 Prozent kräftigt expandierte.

Mit einer weiteren Abkühlung der Konjunktur ist im laufenden Jahr nicht zu rechnen. Das Gegenteil dürfte vielmehr der Fall sein. Die führenden deutschen Forschungsinstitute werden ihre Wachstumsprognose für 2015 von 1,2 Prozent auf 2,1 Prozent nach oben schrauben, berichtet das Handelsblatt.

In den kommenden Monaten dürften die Aufwärtstendenzen in der Stahlkonjunktur sichtbarer werden, prognostiziert die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Hintergrund sei die verbesserte Konjunkturlage sowie der gesunkene Euro-Wechselkurs. Hinzu kämen niedrige Lagerbestände und eine allmähliche Besserung des europäischen Stahlmarktes.