30.07.15

Stahlpreis, Eisenerzpreis steigt, Kupferschrottpreis sinkt

Nach einer einjährigen Abwärtsbewegung beginnen sich die Stahlpreise für warm gewalzten Stahl zu stabilisieren. Der in Chicago gehandelte Kontrakt für Warmband klettert von 465 Dollar auf 477 Dollar pro Tonne. Der jüngste Anstieg könnte die Trendwende einläuten, sagen die Stahlexperten des Fachportals "Metal Miner".

Es wäre für für warm gewalzten Stahl (Hot-Rolled Coil, HRC) "herausfordernd eine kräftige Bewegung nach oben zu machen. Wir könnten aber den Boden bei HRC erreicht haben", analysiert "Metal Miner". Die Experten bleiben vorsichtig, was einen Anstieg der Stahlpreisentwicklung angeht. Hintergrund sind die auf breiter Flur fallenden Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt.

Neben den sinkenden Stahlpreisen in Europa und den USA haben die Kupferpreise deutlich nachgegeben. Am Weltmarkt fiel der Kupferpreis pro Tonne (1.000 kg) seit Anfang Mai 2015 von 6.481 Dollar (5.787 Euro) auf aktuell 5.258 Dollar (4.799 Euro). Im Zuge der um knapp 20 Prozent sinkenden Kupfernotierungen brach der Kupferschrottpreis für hochwertigen Kupferdraht (Millberry) im Ankauf von 4,85 Euro auf 4,00 Euro je Kilogramm (kg) ein.

Der Eisenerzpreis erholt sich etwas. Der Referenzpreis für Eisenerz mit einem Gehalt von 62 Prozent am chinesischen Hafen in Qingdao klettert um 4,6 Prozent auf 55,89 Dollar pro Tonne. Dennoch liegen die Eisenerzpreise immer noch um 22 Prozent niedriger als zu Jahresbeginn, was Analysten auf den sinkenden Rohstoffhunger Chinas zurückführen. Im Reich der Mitte kühlt sich die Konjunktur ab. Das von Peking für das laufende Jahr ausgegebene Wachstumsziel von sieben Prozent dürfte kaum noch erreicht werden.

Europäische Stahlproduzenten haben bei der EU-Kommission Beschwerde gegen billigen Importstahl aus China eingereicht. Konkret geht es um die Einfuhren von kalt gewalzten Stahl, das zu Dumpingpreisen in der Europäischen Union verkauft werden soll. Anders als der Warmbandpreis konnte der Kaltbandpreis zuletzt etwas steigen.