08.09.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im September 2015 - Deutschland

Die deutsche Industrieproduktion stieg im Juli um 0,3 Prozent zum Vormonat. Besser lief es im Baugewerbe, wo es ein Plus von 3,2 Prozent gab. Die Kfz-Branche verzeichnete einen kräftigen Produktionszuwachs von 7,2 Prozent. Insgesamt erhöhte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,7 Prozent. Das war weniger als von Volkswirten erwartet, die mit einem Plus von 1,2 Prozent gerechnet hatten.

Aus der Exportwirtschaft kommen glänzende Zahlen. Im Juli verkauften deutsche Unternehmen Waren im Wert von 107,1 Milliarden Euro ins Ausland, teilt das Statistische Bundesamt mit. Das waren 6,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Nach Abzug der Importe erwirtschaftete Deutschland zu Beginn der zweiten Jahreshälfte einen Rekordüberschuss von 25 Milliarden Euro.

Ein neuer Konjunkturindex für Deutschland sinkt auf den tiefsten Stand seit neuen Monaten. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix ermittelte Gesamtindex fällt von 25,7 Punkten im August auf 20,6 Punkte im September. Während die befragten Experten die aktuelle Lage recht gut einschätzen, versehen sie die Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate mit einem Fragezeichen. Hintergrund sind trübe Exportperspektiven wegen den Krisen in China und anderen aufstrebenden Volkswirtschaften.

"Die Stahl-Qualitäten, die aus China kommen, sind nicht die Qualitäten, die die Autoindustrie braucht", zitiert das "Industriemagazin" Thomas Jörg Hüttenhein, Geschäftsführer der Gesenkschmiede Schöttler in Hagen. Die Auslastung der Stahlwerke in Deutschland sei wegen der starken Auto-Nachfrage gut. Bei den Preisen habe man aber langfristig keine Chance gegen die Chinesen.

Der Stahlpreis ab Werk für in Nordeuropa hergestellten warm gewalzten Stahl lag zuletzt bei 380 Euro pro Tonne. Chinesischer Importstahl wird ab 330 Euro cif (Kosten, Versicherungen, Fracht bis italienischer Hafen) angeboten.

Zum Thema:
Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg)