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18.11.15

Stahlpreise und Stahlmarkt im November - Deutschland III

Die deutsche Stahlindustrie will massiv in Forschung und Entwicklung investieren. Es geht in erster Linie um effizientere Produktionsverfahren sowie die Entwicklung neuer Stahlsorten. Der technologische Vorsprung der Stahlindustrie müsse für die nächsten Jahre sichergestellt werden. Er sei Hauptgarant für das Überleben der Branche. Ohne modernen Stahl sei die Modernisierung der Infrastruktur und die Einhaltung des Klimaschutzes nicht möglich, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, auf dem Branchentreff "STAHL 2015" in Düsseldorf.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat sich im 3. Quartal 2015 etwas verlangsamt. Von Juli bis September erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3% gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im vorangegangenen Quartal hatte es noch ein Wachstum um 0,4% gegeben. Während die privaten und öffentlichen Konsumausgaben weiter zulegen konnten, bremste der Außenhandel. In Anbetracht ungewisse Aussichten auf den wichtigen Absatzmärkten waren viele Unternehmen vorsichtig.


Die Konjunkturerwartungen für Deutschland für die kommenden sechs Monate stiegen überraschend deutlich von 1,9 Punkten im Oktober auf 10,4 Zähler im November, meldete das ZEW-Forschungsinstitut mit. "Die robuste deutsche Konjunktur dürfte sich insbesondere auf die derzeitige Konsumfreude der Deutschen, den erneut gesunkenen Außenwert des Euro und die voranschreitende Erholung in den Vereinigten Staaten stützen", kommentiert ZEW-Präsident Clemens Fuest.

"Über die Stahlindustrie sind weltweit dunkle Wolken aufgezogen. Auch die wettbewerbsstarke Stahlindustrie in Deutschland kann sich davon nicht vollständig entkoppeln", sagte Kerkhoff auf der "STAHL 2015". Die Entwicklung der Auftragseingänge liege im bisherigen Jahresverlauf um 5% unter dem Vorjahresniveau. Im 3. Quartal 2015 betrage das Minus sogar 11%. Hauptursachen seien dramatisch gestiegene chinesische Exporte, die das internationale Marktgefüge störten. Im kommenden Jahr dürften die Überkapazitäten in China weiter wachsen.