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18.12.15

Wird das Krisenjahr 2016 auch das Jahr der Strafzölle?

"Die Stahlindustrie befindet sich weltweit in einer Krise, der sich auch die Stahlindustrie in Deutschland nicht entziehen kann", teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. 2016 müssen sich Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter auf ein Krisenjahr einstellen. Die Rohstahlproduktion werde voraussichtlich um 3% auf 41,5 Millionen Tonnen zurückgehen, prognostiziert der Düsseldorfer Verband.

Die Europäische Kommission ist offenbar gewillt, die von den Stahlproduzenten seit langem geforderten Strafzölle auf Stahlimporte aus China zu verhängen. Nachdem man im April 2015 ein Verfahren gegen chinesische Produzenten von widerstandsfähigem Betonstahl (High Fatigue Performance, HFP) eröffnete, ordnet die Brüsseler Behörde nun eine Import-Registrierung an.

Zwar steht eine Entscheidung über Strafzölle noch aus. Die Registrierung ist allerdings sowohl ein Indiz als auch eine Voraussetzung dafür, dass als nächstes Strafzölle auf chinesischen HFP-Betonstahl eingeführt werden können. Darüber hinaus verhängt die EU-Kommission eine Registrierungspflicht für kalt gewalzte Stahlprodukte russischer und chinesischer Herkunft.


Der Stahlpreis für Betonstahl sank an der Londoner Metallbörse (LME) seit Ende November 2015 von 338 Dollar (319 Euro) pro Tonne auf aktuell 325 Dollar (301 Euro). Sollte die EU-Kommission Strafzölle auf Betonstahl aus China befehligen, wird der seit kurzem an der LME gehandelte Betonstahlkontrakt vermutlich etwas steigen.