15.01.16

ThyssenKrupp, Salzgitter: Aktien-Gewitter ist nicht vorüber

Die Verkaufswelle an den Aktienmärkten macht vor deutschen Stahlaktien nicht halt. Der Aktienkurs von ThyssenKrupp sinkt binnen vier Wochen von 18,80 Euro auf 15,52 Euro (-17,45%). Salzgitter-Anteilsscheine fallen von 23,10 Euro auf 19,15 Euro (-17,10%). Was aus den Vorstandsetagen der beiden Konzerne nach außen dringt, bereitet Anlass zur Sorge. Sind alle schlechten Nachrichten eingepreist?


Es sei ein Ritt auf der Rasierklinge für die ThyssenKrupp-Aktie, sagen Börsianer. Hintergrund: Das 2-Jahrestief vom September 2015 bei 15,25 Euro ist ganz nah. Sollte der Aktienkurs diese Marke reißen, stünde einer Talfahrt zu den nächsten Haltepunkten bei 14,50 Euro und 13,30 Euro nichts im Weg.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger kritisiert die EU-Pläne zur Neuordnung des Emmissionsrechtehandels ab 2020. Börsianer sähen es lieber sehen, wenn er konkret Pläne zur Steigerung der Ertragskraft auf den Tisch legen würde. Dazu äußerst sich der Konzernlenker allerdings nicht. Außer einer vergleichsweise kleinen Investition von 70 Millionen Euro in ein Werk für Lenksysteme im mexikanischen Puebla hat ThyssenKrupp nichts zu bieten. Es fehlt die Wachstumsstory.

Salzgitter macht ein Steuerurteil des Bundesfinanzhofes zu schaffen. 15 Millionen Euro werde das den Konzern kosten, schätzen Analysten. Dennoch rechne man weiterhin mit einem Gewinn im laufenden Jahr im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilt Salzgitter mit. Mit diesem Versuch die Zusatzbelastung in Geschenkpapier einzupacken, kommt der Salzgitter-Vorstand nicht durch. Der Aktienkurs sinkt auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren.

Ausblick:
Sollte es an den weltweiten Aktienmärkten weiter nach unten gehen, dürften die Aktienkurse von ThyssenKrupp und Salzgitter ihre Talfahrten fortsetzen. Beiden Unternehmen fehlt wegen der angespannten Lage auf dem europäischen Stahlmarkt eine Wachstumsstory, die sie vor einem Ausverkauf an den Börsen schützen könnte.