24.02.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Februar 2016 - ROUNDUP 6

Die weltweite Rohstahlerzeugung verzeichnete zu Jahresbeginn einen deutlichen Rückgang. Insgesamt lag der Stahlausstoß in Europa, Asien und Nordamerika bei 127,72 Millionen Tonnen, wie die der Weltstahlverband mitteilt. Das waren 7,1% weniger als im Januar 2015. Die Kapazitätsauslastung der Stahlwerke lag weltweit bei mageren 66%. Im Vergleich: In Deutschland sind die Stahlwerke im Schnitt zu 85% ausgelastet.

Chinas Stahlunternehmen produzierten 7,8% weniger. Insgesamt wurden 63,21 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Die Europäische Union drosselte ihre Erzeugung um 7,6% auf 13,43 Millionen Tonnen. Besonders kräftig ging es in Großbritannien (-38,4%) und Frankreich (-11,9) zurück. Deutschland und Italien, die zusammen dreieinhalb Mal so viel Stahl herstellen wie Frankreich und Großbritannien, verzeichneten Rückgänge um 2% (Deutschland) und 5,3% (Italien). In den USA sank die Rohstahlproduktion um 8,8% auf 6,62 Millionen Tonnen.

Auf dem europäischen Markt für Nutzfahrzeuge gab es ein kräftiges Wachstum. 159.712 schwere- und leichte Nutzfahrzeuge und Busse wurden in der EU, der Schweiz, Norwegen und Island verkauft, meldet der europäische Autoherstellerverband ACEA. Das waren 12% mehr als im Januar 2015. Besonders groß war der Appetit auf Nutzfahrzeuge in Osteuropa sowie Italien (+23,9%) und Spanien (+21%).

Aus der Sicht der chinesischen Regierung lässt sich die harsche Kritik der europäischen Stahlindustrie auf das betriebswirtschaftliche Grundprinzip der Gewinnmaximierung zurückführen. Die Beschwerden von den Stahlunternehmen aus der EU sei marktorientiertes Verhalten, das nicht überinterpretiert werden sollte, sagte der chinesische Handelsminister Gao Hucheng am Dienstag in Peking.

Die deutsche Stahlindustrie nimmt mit ihrer Kritik an China eine Vorreiterrolle ein. Wer sich ein wenig mit chinesischer Kultur auskenne, wisse aber, dass man mit dem Prinzip: "Wer beschwert sich am lautesten" mit China keine Probleme lösen könne, weil die Chinesen Angst haben ihr Gesicht zu verlieren, sagen Kritiker. Die Stahlmanager und ihr Verband gefährdeten mit ihrem etwas rücksichtslosen Verhalten andere deutsche Industriezweige wie den Automobilbau- und den Maschinenbau, an denen sich die chinesische Regierung revanchieren könnte.