27.04.16

Die Lage auf dem deutschen Stahlmarkt im April 2016

Der Anstieg der Stahlpreise gehe auf das Konto von Strafzöllen und Angebotsverknappungen heimischer Stahlproduzenten, sagt die Metallberatungsgesellschaft MEPS. Günstiger Importstahl aus China kommt frühestens im Herbst wieder an den europäischen Häfen an. Stahlkonzerne wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp nutzen die Gunst der Stunde, um Preiserhöhungen durchzusetzen.

Auf dem deutschen Stahlmarkt wurde im April kaum noch Stahl aus Drittländern abgesetzt. Die Käufer seien abhängig von dem Stahlangebot der EU-Produzenten gewesen, berichtet MEPS. Die Stahlpreise für Warmband in Westeuropa waren alleine in den ersten zwei Aprilwochen um 20 Euro auf 368 Euro gestiegen.

Zum Thema: Diagramm Stahlpreisentwicklung Westeuropa

In Deutschland sei die Stahlnachfrage nicht so groß, wie es der jüngste Preisanstieg vermuten lasse. Die Lagerbestände der Stahl-Service-Center seien ziemlich niedrig, hat MEPS aus Industriekreisen erfahren. Die Vertriebshändler würden nur "normale Mengen" bestellen. Sie beschwerten sich darüber, dass die Stahlproduzenten eine starke Stahlnachfrage postulierten.