18.04.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im April 2016 - Roundup 2

"Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Vierteljahr 2016 wohl kräftig gewachsen. Das Expansionstempo könnte sogar spürbar über der Zuwachsrate des Vorquartals gelegen haben", heißt es im neuen Monatsbericht der Bundesbank. Aufgrund von verhaltenen Auftragseingängen in der Industrie soll es nun zu einer Wachstumsverlangsamung kommen.

Neben dem spendierfreudige Verbraucher, der die Konjunktur anschob, haben zu Jahresbeginn auch die stahlintensive Industrie und das Baugewerbe einen nicht unerheblichen Wachstumsbeitrag geliefert. Die Bundesbank spricht von positiven Sondereffekten bei der industriellen Erzeugung im Januar und einer guten Wetterlage für das Baugewerbe im Februar.

Der Stahlpreis für das Referenzprodukt Warmband kletterte in den ersten drei Monaten 2016 in Nordeuropa von 315 Euro auf 340 Euro (+7,94%), meldet der Stahlpreis-Erfassungsdienst "The Steel Index". Gemäß "Steel Benchmarker" hat sich das für die Entwicklung der Stahlpreise oft herangezogene Referenzprodukt Warmband in Westeuropa von 321 Euro auf 348 Euro (+8,41%) verteuert.

Noch sind die Konjunkturpessimisten in der Unterzahl. Um 1,3% wird die Wirtschaft in Deutschland in diesem Jahr und um lediglich 1% im nächsten Jahr expandieren, prognostiziert das "Handelsblatt Research Institute" unter der Leitung des früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup. Das ist deutlich unter den Vorhersagen der meisten Forschungsinstitute, die für 2016 und 2017 mit Wachstumsraten von 1,5-2,0% rechnen.

"Das deutsche Geschäftsmodell stottert", sagt Rürup. Der für die deutsche Wirtschaft so wichtige Export laufe nicht, weil sich das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamt habe. Hinzu komme ab 2017 wegen des Scharfstellens der Schuldenbremse und einer sich verschlechternden Lage auf dem Arbeitsmarkt eine allmähliche Abschwächung des Binnenkonsums.