23.05.16

Deutsche Industrie legt einen Zahn zu

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Mit dem kräftigsten Wachstum seit Jahresbeginn meldet sich die Industrie zurück. Auf europäischer Ebene läuft es im Verarbeitende Gewerbe weniger gut. Frankreich gilt als Paradebeispiel einer vollkommen verfehlten Industriepolitik.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland kletterte von 51,8 Punkten im April auf 52,4 Zähler im Mai, teilt das Forschungsinstitut Markit mit. Trotz des unerwarteten Anstiegs sei Vorsicht geboten. Einige Unternehmen verdankten ihr Wachstum eher der Abarbeitung der Auftragsbestände als dem Auftragseingang, kommentiert der Markit-Volkswirt Oliver Kolodseike.

Gleichwohl bleibt die Lage in Deutschland recht freundlich. In Frankreich sinkt der PMI-Index für die Industrie überraschend stark auf 48,3 Zähler. Vor genau vier Jahren wurde der Sozialist Francois Hollande zum Präsidenten gewählt. In den 48 Monaten seitdem Hollande regiert, lag Frankreichs PMI-Index 39-mal unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Der PMI-Index für den Industriesektor des Euroraums kam im Mai bei 51,5 Punkten herein. Das waren 0,2 Zähler weniger als im Vormonat. Die Industriesektoren hätten weiter zu kämpfen. Euroland stecke in "einer Wachstumsschwäche aus frustrierender Geschäfts- und Beschäftigungsentwicklung fest", erläutert der Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.