24.05.16

Deutschlands Wirtschaftswachstum ist gut: Bleibt es auch gut?

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erhöht seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft für 2016 von 1,3% auf 1,5% an. Die meiste Dynamik komme vom Konsum und dem stahlintensiven Baugewerbe. Dagegen muss die erfolgsverwöhnte Exportwirtschaft kleinere Brötchen backen. "Derzeit fehlen weltweit die Wachstumstreiber", begründet der DIHK.

Finanzexperten sehen die Konjunktur kritischer. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sinkt von 11,2 Punkten im April auf 6,4 Zähler im Mai. "Das hohe Wachstum der deutschen Volkswirtschaft im ersten Quartal 2016 dürfte die Finanzmarktexperten überrascht haben. Dass sich die Wirtschaftslage in gleicher Geschwindigkeit weiter verbessern wird, ist aus Sicht der Experten jedoch nicht zu erwarten", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach.

Der Containerumschlag-Index des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) lag im April bei 117,7 Zählern - nach 117,8 im März. "Nach einem leichten Zwischenhoch um die Jahreswende stagniert der Welthandel damit allem Anschein nach wieder bei Werten, die für die zweite Jahreshälfte 2015 typisch waren", erläutert das Essener Forschungsinstitut.

Dass es der Welthandel wegen einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft schwer hat, zeigt ein Blick auf wichtige Handelspartner von China. Taiwans Exporte sanken zuletzt überdurchschnittlich. In Singapur und Australien sind die Notenbanken dabei die Geldpolitik zu lockern, um wirtschaftlichen Abschwüngen entgegenzutreten. Australien hat Probleme, weil der Eisenerzpreis seit Anfang Mai von 65,20 US-Dollar auf zuletzt 52,70 Dollar (-19,17%) einbrach.