19.05.16

Europa schützt seine Stahlindustrie nicht so wie es das könnte

"Während andere Wirtschaftsregionen schnell und zügig ihre Stahlindustrie mit Strafzöllen gegen Dumping-Importe aus China schützen, lässt die EU ihre Stahlindustrie immer noch hängen." Das sind die Worte von Knut Giesler, IG-Metall-Chef in NRW. Zur Sicherung der Standorte und Arbeitsplätze brauche man jetzt Strafzölle, sagt Giesler der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Stahlindustrie schauen dieser Tage neidisch auf die USA. Das Handelsministerium in Washington hat Strafzölle auf chinesischen Importstahl von bis zu 266% verhängt. Infolge klettert der US-Kontrakt für warmgewalzten Stahl auf 581 US-Dollar je Short Tonne (907,185 kg). Das ist der höchste Stand seit 16 Monaten.

Die EU-Kommission kommt über Strafzölle im niedrigen zweistelligen Prozentbereich nicht hinaus. Anders als die Brüsseler Behörde, wendet das US-Handelsministeriums die von Europas Stahlindustrie harsch kritisierte "Regel des geringsten Zolls" (Lesser Duty Rule) nicht an. Die USA reagierten "konsequent auf die Flut gedumpter und subventionierter Stahlimporte aus Staaten wie China", unterstreicht Stahlpräsident Hans Jürgen Kerkhoff.