04.05.16

Wie geht es der Industrie? Europa vor USA vor China

Ein Blick in den Industriesektor zeigt: In Italien und Spanien ist das Expansionstempo derzeit am größten. Es folgt Deutschland. Frankreich fällt abgeschlagen zurück. Hier ist das Produzierende Gewerbe auf Schrumpfkurs. Auch von den Produktionsstätten in den USA und China sind keine Impulse für die weltweite Stahlnachfrage zu erwarten.

Der Einkaufsmanager-Index (PMI) für Euroland kletterte im April um 0,1 auf 51,7 Punkte, teilte das Markit-Institut bezugnehmend auf seine Umfrage unter rund 3.000 Unternehmen mit. "Italien und Spanien lagen mit leicht beschleunigten Steigerungsraten an der Spitze der PMI-Rangliste", heißt es in dem Bericht. Die deutsche Industrie kommt mit 51,8 Punkten nicht an die Werte Italiens (53,9 Punkte) und Spaniens (53,5 Punkte) heran.

Ab Werten von 50 Zählern wird Wachstum signalisiert. Entsprechend ernüchternd ist die Lage in Frankreich, das auf einen PMI-Wert von 48,0 Punkte kommt. "Frankreich bleibt das Sorgenkind Nummer 1, hier signalisiert der PMI den stärksten Wachstumsrückgang seit einem Jahr und die größten Exportorderverluste seit drei Jahren - und als einzigem Land ging es hier mit der Industriebeschäftigung abwärts", kommentiert Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Chinas Einkaufsmanagerindex sank im April um 0,3 Zähler auf 49,4 Punkte. Es war der 14. Rückgang in Folge. In den USA fiel der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor von 51,8 Punkten im März auf 50,8 Zähler im April. Er kühlte sich damit stärker ab als von Analysten erwartet. Die US-Warenexporte sanken im März um 1,8 Milliarden auf 116,8 Milliarden US-Dollar, teilte das Handelsministerium heute mit.

Florierende Wirtschaftsräume sind derzeit Indien, für das Volkswirte ein Wachstum von 7,5% veranschlagen, und der ASEAN-Raum in Südostasien. Ohne diese beiden Regionen sähe es für die Weltwirtschaft ziemlich düster aus. Neben China fallen auch Südamerika und Russland als wichtige Märkte, von denen Impulse für die Weltkonjunktur kommen könnten, aus. Wachstumsprognosen für die Region Sub-Sahara liegen lediglich bei 3%.