02.05.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Mai 2016

Der deutschen Industrie fehlt es an Dynamik. Zwar ist die Stimmung unter den Chef-Einkäufern nach wie vor recht gut. Es wird für die Unternehmen allerdings zunehmend schwer nach sechs Jahren Expansion noch eins draufzusetzen. Gegenwind kommt von dem stotternden Exportmotor und einem aus der Sicht vieler Firmen zu raschen Anstieg des Euro-Wechselkurses.

51,8 Punkte bei dem Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Industriesektor ist zwar ein ordentliches Ergebnis (ab 50 Punkten beginnt die Wachstumsschwelle). Von einem auf eine robuste Industriekonjunktur hindeutenden Wert von 56,5 Zählern, wie im Februar 2014, sind die Unternehmen allerdings weit entfernt.

"Auch wenn die heutigen Daten ein Lichtblick sind, fährt die deutsche Industrie zu Beginn des zweiten Quartals weiter mit angezogener Handbremse. Der Hauptindex kletterte zwar auf ein 3-Monatshoch, startete aber auf niedrigem Niveau, da das Wachstum insgesamt nur mäßig ausfiel", kommentiert Oliver Kolodseike, der für die PMI-Daten zuständige Volkswirt bei dem Konjunkturforschungsinstitut Markit.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet für das laufende Jahr lediglich mit einem Produktionsplus von 0,75%, melden "Welt am Sonntag" und Reuters. Beim Export erwartet der BDI auch wegen der Währungsrelationen eine deutliche Verlangsamung. Demnach werden die Ausfuhren lediglich um 2% steigen - nach 6,4% im Vorjahr.

Am Devisenmarkt kletterte der Euro-Wechselkurs zwischen Anfang Dezember 2015 und Anfang Mai 2016 von 1,05 US-Dollar auf 1,15 Dollar (+9,52%). Das Stärkerwerden des Euros verteuert deutsche Güter im Ausland.