12.05.16

Stahlpreise und Stahlmarkt im Mai 2016 - Roundup 8

Der Ausblick für die Stahlkonjunktur verbessert sich. Hintergrund ist ein chinesisches Konjunkturprogramm. Die Regierung in Peking kündigt an, 4,7 Billionen Yuan (633 Milliarden Euro) in den Bau von Eisenbahnen, Straßen, Wasserwegen und Flughäfen zu stecken. Nach einer dreiwöchigen Talfahrt beginnen die Stahlpreise wieder zu steigen.

Der in Shanghai meistgehandelte Betonstahlkontrakt klettert von 2.124 Yuan (286 Euro) auf 2.152 Yuan (290 Euro). Auch der Eisenerzpreis prallt etwas nach oben zurück. Er steigt um 2,2% auf 55,40 US-Dollar je Tonne. Die Hochs von Ende April 2016, als Betonstahl 2.708 Yuan (244 Euro) und Eisenerz 70,46 Dollar kosteten, bleiben aber weit entfernt.

Warum ins Casino nach Macao fahren, wenn ich den gleichen Nervenkitzel auch mit Spekulationen am Stahlmarkt bekomme, denken sich immer mehr Chinesen. "Ich bin auf der Arbeit ziemlich gelangweilt, weshalb ich Rohstoff-Terminkontrakte handele, um etwas Abwechslung zu bekommen", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Jeremy He, einen Beschäftigten eines multinationalen Unternehmens in Shanghai.

Stahlkontrakte in China werden von Spekulanten zumeist in den Abendstunden gehandelt und binnen weniger Stunden gekauft und verkauft. In China können die Bürger in 40 Minuten ein Trading-Konto eröffnen und sofort loslegen. Sie müssen noch nicht einmal ein Startguthaben als Sicherheit hinterlegen, berichtet Morgan Stanley.

Chinas Nettostahlexporte lagen zwischen Januar und April 2016 um 9,4% höher als im Vorjahreszeitraum. Dass die Stahlproduzenten immer mehr Stahl ins Ausland verkaufen, ist ein Indiz dafür, dass der kräftige Anstieg der Stahlpreise am Terminmarkt von Spekulanten ausging. In physischen Stahlhandel lassen sich die höheren Stahlpreise offenbar nicht durchsetzen.