21.06.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 21. Juni 2016

Die Stahlschrottpreise sind auf dem absteigenden Ast. "Der Aufschwung, der in den letzten beiden Monaten am deutschen Stahlschrottmarkt zu verzeichnen war, erweist sich als Strohfeuer", schreibt die Redaktion von "EUWID Recycling und Entsorgung". Weil die Schrottexporte in die Türkei schlechter liefen und Chinas Überkapazitäten allgegenwärtig seien, zahlten deutsche Stahlwerke für Stahlschrott weniger als im April 2016.

An der Londoner Metallbörse (LME) liegt der seit November 2015 gehandelte Stahlschrottkontrakt aktuell bei 230 US-Dollar (204 Euro) je Tonne. Das ist deutlich weniger als Anfang Mai 2016, als der Kontrakt ein Rekordhoch bei 315 Dollar (276 Euro) erreichte. Die von der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) ermittelten Stahlschrottpreise dürften im Juni 2016 deutlich unter den Niveaus vom Mai 2016 bei 211,40 Euro (Stahlaltschrott) und 230,40 Euro (Stahlneuschrott) liegen.

Zum Thema: Aktuelle Schrottpreise je Tonne (1.000 kg)

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juni kräftig gestiegen. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index kletterte um 12,8 Zähler auf 19,2 Punkte. "Die verbesserten Einschätzungen der Finanzmarktexperten zeugen von einem Grundvertrauen in die gegenwärtige Widerstandsfähigkeit der deutschen Konjunktur", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Er bestätigt damit den positiven Ausblick der Deutschen Bundesbank.

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) würde nach Meinung des europäischen Stahlverbandes Eurofer der ohnehin schon angeschlagenen Stahlindustrie des Landes einen weitern Schlag versetzen. Die bei einem Brexit neu zu verhandelnden Handelsabkommen wären aller Voraussicht nach sehr viel ungünstiger als die bestehenden. Am besten für die britische Stahlindustrie wäre ein Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU, sagt Eurofer-Generaldirektor Axel Eggert.

Die Stahlnachfrage in China wird laut den Rohstoffexperten der Credit Suisse über den Sommer eine Schwächephase durchlaufen. Im Schlepptau dieser Abkühlung dürfte der Eisenerzpreis auf 40 US-Dollar je Tonne sinken, prognostiziert die Bank. Aktuell kostet Eisenerz 50 Dollar - nach 70 Dollar Ende April 2016.