13.07.16

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 13. Juli 2016

Stahlpreise und Eisenerzpreise steigen auf die höchsten Stände seit zweieinhalb Monaten. In Shanghai klettert der Betonstahlkontrakt auf 2.491 Yuan (335 Euro) je Tonne - nach weniger als 2.000 Yuan Ende Mai/Anfang Juni. Eisenerz steigt auf 58,80 US-Dollar (52,97 Euro). Der zentrale Rohstoff für die Stahlproduktion hat sich damit in den vergangenen vier Wochen um 8,60 Dollar (+17,13%) verteuert.

Die Industrieproduktion in der Eurozone sank im Mai kräftiger als erwartet, meldet Eurostat. Das Minus lag bei 1,2%, was vor allem auf die trübe Industriekonjunktur in Frankreich und Italien zurückzuführen ist. Auch Chinas Importe und Exporte sind im Juni überraschend deutlich gefallen. Dies nährt die Annahme, dass der jüngste Anstieg der Stahlpreise wieder einmal auf Spekulanten zurückzuführen sein könnte.

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Die Europäische Union werde ihre Stahlindustrie verteidigen. Chinesische Überkapazitäten seien auch für Europa ein "ernsthaftes Problem". Das sind die Worte von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Ende des zweitägigen EU-China-Gipfels. Die Stahlexporte nach Europa seien zuletzt um 28% gestiegen, klagte Juncker gemäß dem "Deutschlandfunk".

Wegen steigender Stahlpreise hat der Stahlhändler Klöckner & Co. seine Prognosen erhöht. Das Duisburger Unternehmen verdiente im 2. Quartal 2016 70 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Auch für das 3. Quartal rechnet man mit einem besseren Ergebnis

"In den für Klöckner & Co bedeutsamen Märkten Europa und USA haben sich die Marktpreise für Stahl- und Metallprodukte bei leicht anziehender Nachfrage im 2. Quartal deutlich erholt", berichtet der Konzern in einer Ad-hoc-Meldung. An der Börse steigt die Klöckner-Aktie mit 11,02 Euro auf den höchsten Stand seit dem Tag vor dem Brexit-Votum.