28.02.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Mittwoch, 28. Februar 2018

Trump und die Stahl-Strafzölle: Aktueller Stand
"Nur ein Prozent der deutschen oder europäischen Stahlimporte werden zu militärischen Zwecken genutzt", sagt Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig (SPD) laut einer dpa-Meldung. Die aktuell von den USA erwogenen Strafzölle auf Stahlimporte seien aus europäischer Sicht nicht mit den WTO-Regeln vereinbar. "Ich will die Stahlindustrie zurück in unser Land holen", erklärt derweil der US-Präsident Trump. Wenn dafür Zölle notwendig seien, werde es Zölle geben.

Was Trumps Stahl-Rückholaktion in Zahlen bedeutet
2017 erzeugten US-Stahlwerke 81,6 Millionen Tonne Rohstahl. Das war weniger als die Hälfte der Stahlausbringungen der EU (168,7 Millionen Tonnen) und ein Zehntel der chinesischen Produktion. Die USA könnten versuchen ihre jährlichen Produktion auf über 100 Millionen Tonnen zu steigern. Ob das unter Einhaltung der WTO-Regeln und in Anbetracht jahrelanger Planungen für den Bau neuer Stahlwerke möglich ist, darf allerdings bezweifelt werden.

Im Januar 2018 haben US-Stahlwerke ihre Rohstahlproduktion trotz boomender Wirtschaft und massiven Steuersenkungen um 2,2% gegenüber dem Vorjahresmonat gesenkt. China kürzte seinen Stahlausstoß um 0,9%. Stahlwerke in der EU steigerten die Produktion um 1,4%. Italien stach mit einem Produktionsplus von 5,3% heraus. Frankreich verbuchte einen Anstieg von 3,0%, Deutschland von 1,5%. Der Stahlpreis für warmgewalzten Stahl in Westeuropa kletterte Mitte Februar mit 557 Euro je Tonne auf den höchsten Stand seit elf Monaten.

Deutsche Stahlindustrie fürchtet um Cash Cow Walzstahlexporte
"Jeder der aktuell in den USA diskutierten Vorschläge hätte weitreichende negative Folgen für die Stahlindustrie in Deutschland und Europa", kritisiert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, die Pläne der US-Regierung. Für deutsche Stahlhersteller von Walzstahlprodukten sei der US-Markt nach der EU der zweitwichtigste. Mit einem Importwert von 1,7 Milliarden Dollar sei Deutschland der wichtigste europäische Anbieter auf dem US-Markt.