05.06.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Dienstag, 5. Juni 2018

EU will neue Schutzmaßnahmen für Stahlindustrie
Es gebe bereits Hinweise, dass für die USA bestimmter Stahl wegen der zusätzlichen US-Zölle nach Europa umgeleitet werde", sagt EU-Handelskommissarin Malmström. Bereits im Juli könnte Brüssel protektionistische Maßnahmen verhängen, um die europäische Aluminium- und Stahlindustrie zu schützen, kündigt Malmström laut einer Reuters-Meldung an.

Metall-Spreads
Mehr Protektionismus ist genau das, was sich viele EU-Stahlproduzenten wünschen. Die Forderung nach einer stärkeren Abschottung hat gerade Salzgitter-Chef Fuhrmann im Interview mit dem Tagesspiegel formuliert. Das Kalkül ist offenkundig: Die Metall-Spreads, also die Differenz zwischen den Stahl-Verkaufspreisen und den Input-Kosten für Eisenerz, Stahlschrott und Kohle, möglichst hoch zu halten.

Ob Wachstum und Euro mitspielen, ist unklar. "Der deutschen Konjunktur, die noch zu Jahresbeginn unverwundbar schien, weht inzwischen der Wind schon relativ rau ins Gesicht", haben die Konjunkturexperten des Beratungsunternehmens Sentix ermittelt (Stand: Juni 2018). Nicht nur die Erwartungen, auch die Lagewerte geben inzwischen spürbar nach.

Der in den letzten anderthalb Monaten von 1,24 US-Dollar auf 1,17 Dollar gefallene Eurokurs wird die Input-Kosten der Stahlwerke erhöhen. Auf der anderen Seite profitieren die Stahlproduzenten von dem weichen Euro, weil er ihren Stahl im Ausland günstiger macht und Import-Stahl in der EU verteuert.