20.07.18

Stahlpreise und Stahlmarkt: Freitag, 20. Juli 2018

"Die Schutzzölle sind keineswegs Ausdruck ökonomischer Vernunft, sondern der Lobbystärke der Stahlbranche. Sie richten mehr Schaden an als Nutzen". Das sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft, mit Blick auf die gerade beschlossenen Abschottung des EU-Stahlmarktes.

Die Stahllobby spricht in diesem Zusammenhang von Schutzklauselmaßnahmen (Safeguard), jedoch handelt es sich um ganz ordinäre und bornierte Schutzzölle, mit denen sich Stahlproduzenten unliebsame Konkurrenz aus dem Ausland vom Hals halten wollen. Im Stahlbereich seien bereits eine Reihe von Maßnahmen in Kraft, um die europäische Industrie vor Billigstahl ausländischer Herkunft zu schützen, erklärt das ifo-Institut.

Wenn Stahllobby und Brüsseler Bürokraten einig werden, dann ist der Verlierer das Produzierende Gewerbe: "Leidtragende sind die stahlverbrauchenden Industrien und die Verbraucher, weil die Schutzzölle die Stahl- und Aluminiumpreise in die Höhe treiben", heißt es in der Stellungnahme des ifo-Instituts zu den EU-Schutzzöllen.