16.08.18

Aktuelle Stahlpreise pro Tonne (1.000 kg) - Westeuropa/USA

Der Stahlpreis für Warmband macht einen rekordverdächtigen Satz nach oben. In Deutschland, Frankreich und Benelux klettert der Preis für den Stahl mit einer Dicke von 5 Millimetern und einer Breite von 1200-1500 Millimetern von 544 Euro am 23. Juli auf 568 Euro am 13. August 2018. Es war der stärkste Anstieg der von Steel Benchmarker erhobenen Stahlpreisentwicklung seit November 2016.

Hauptantriebsfeder der deutlichen Preiserhöhung dürfte die stärkere Abschottung des EU-Stahlmarktes vor Importstahl sein. Die EU-Kommission hatte per 19. Juli 2018 mit so genannten Schutzklauselmaßnahmen, die die Stahlimporte um etwa fünf Millionen Tonnen verringern werden, der Stahlindustrie einen großen Gefallen getan.

Stahlproduzenten haben es daher nun leichter, höhere Preise bei ihren Abnehmern durchzusetzen. Man darf auch nicht vergessen, dass die europäischen Stahlproduzenten trotz Trumps Strafzöllen weiterhin profitabel Stahl in die USA exportieren können. Noch besser läuft es für ArcelorMittal. Der Konzern hat erhebliche US-Produktionskapazitäten und profitiert doppelt.

US-Warmband kostete per 13. August 997 US-Dollar je Tonne (1.000 kg). Bei einem Euro-Wechselkurs von 1,14 US-Dollar ergibt sich ein Warmbandpreis von 875 Euro. Schlägt man auf den westeuropäischen Warmbandpreis von 568 Euro 25% Strafzoll obendrauf, beträgt der Exportpreis vor Frachtkosten 710 Euro. Damit können EU-Stahlproduzenten die US-Hütten um 165 Euro je Tonne unterbieten.